Andreas Dorsch Georg Schockel gehört zu den kommunalpolitischen Urgesteinen in Höchstadt. Seit 1984 sitzt der Sterpersdorfer für die CSU im Stadtrat und tritt hier immer wieder als erfolgreicher Kämpfer für Heimat und vor allem Denkmalschutz auf. In der Sitzung am Montagabend überraschte er die meisten seiner Stadtratskollegen mit der Erklärung, sein Ehrenamt zum 1. November niederlegen zu wollen.

Auf eine Verabschiedung verzichte er, da er künftig noch weitere ehrenamtliche Aufgaben in der Stadt ausüben werde, teilte er mit. Wie Georg Schockel nach der Sitzung dem FT erläuterte, war der Anlass für diese Entscheidung weder ein Streit noch waren es gesundheitliche Gründe.

Vielmehr werde er im nächsten Jahr 80 und er habe es seiner Frau Anni versprochen, aus der Kommunalpolitik auszusteigen. Anni Schockel verriet dem FT, sie sei von Anfang an nie über die kommunalpolitischen Aktivitäten ihres Gatten begeistert gewesen. Die hätten viel Zeit gekostet und auch manchen Ärger gebracht. Zwar muss der Stadtrat Schockels Rückzug noch absegnen, doch das dürfte bei dem fast 80-Jährigen nur eine Formsache sein.

Für Schockel in den Stadtrat nachrücken wird auf der CSU-Liste der 47-jährige Jürgen Ranger. Der Fachanwalt für Steuerrecht, der übrigens kein CSU-Mitglied ist, freut sich schon auf diese Aufgabe. Als Sprecher der Bürgerinitiative gegen das 2010 in Höchstadt geplante ADAC-Fahrsicherheitszentrum und ehemaliges engagiertes FDP-Mitglied hat Jürgen Ranger bereits Erfahrungen gesammelt.

Aus der FDP sei er schon vor geraumer Zeit ausgetreten, sagte er gestern dem FT. Nachdem er sich 2014 bereit erklärt hatte, auf der CSU-Liste zu kandidieren, sei er jetzt bereit, Verantwortung zu übernehmen. Er sieht sich im konservativen Lager zu Hause und will für das eintreten, was er für gut und richtig hält.

Im Stadtrat wird Jürgen Ranger künftig in den Reihen der CSU seinem Vater Eberhard Ranger auf Seite der Jungen Liste gegenüber sitzen. Für den Sohn kein Problem, werde doch in der Familie schon immer sehr konstruktiv diskutiert. Manchmal seien die Meinungen ähnlich, manchmal auch unterschiedlich. 1990 habe Jürgen Ranger für die Gruppierung seines Vaters noch Plakate aufgehängt, erinnert er sich.

Im Stadtrat sei er nicht auf Nicklichkeiten aus, sondern möchte in der Sache arbeiten.