Gartenfreunde würdigen Engagement
Autor: Tobias Braunersreuther
Ludwigschorgast, Dienstag, 10. Dezember 2019
Von längst vergangenen Zeiten kann die Erlenmühle erzählen. Ihr Ursprung reicht bis in das Jahr 1860 zurück. Idyllisch, inmitten grüner Natur mit vorbeifließendem Bach, liegt das Anwesen im schönen Sc...
Von längst vergangenen Zeiten kann die Erlenmühle erzählen. Ihr Ursprung reicht bis in das Jahr 1860 zurück. Idyllisch, inmitten grüner Natur mit vorbeifließendem Bach, liegt das Anwesen im schönen Schorgasttal. Das Einzelgehöft war früher ein Bauernhof mit Mühle. Der Mahlbetrieb war anfangs der 1960er Jahre ein Opfer des Fortschritts geworden. Mittlerweile werden die Räumlichkeiten der Mühle für Wohnzwecke genutzt.
Wer heute zwischen Ludwigschorgast und Raasen unterwegs ist, der kann feststellen, dass sich am Gebäude und Umfeld einiges verändert hat. Die Hausfassade erstrahlt in neuem Glanz, wurde verputzt und gestrichen. Das Gelände rund um ihr Elternhaus gleicht einem kleinen Gartenparadies. Irene Daig hat in letzter Zeit vieles angepackt. "Ich lernte das Gärtnern durch Ausprobieren. Man muss eine Idee haben und die dann konsequent verfolgen", erklärt sie ihre Herangehensweise, für die sie jetzt beim Vereinsabend des Gartenbauvereins Ludwigschorgast ausgezeichnet wurde.
Ihr Augenmerk hat die 59-Jährige auf eine hohe Artenvielfalt mit blühenden Stauden vom Frühjahr bis zum Herbst gelegt. Eine mannshohe Naturhecke, die für die heimische Tierwelt von großer ökologischer Bedeutung ist, säumt einen Teil des Grundstücks. Obstbäume und ein Bauerngarten versorgen die gelernte Köchin mit Obst und Gemüse. Schön auch: in einem Freilauf picken und gackern glückliche Hühner. Es gibt reichlich zu tun. 3000 Quadratmeter müssen gehegt und gepflegt, bepflanzt und gegossen werden. Aber für Irene Daig ist ihr Garten ein Raum, der mehr Energie gibt, als er kostet.
Alwin Heinz, ein Mann mit Ideen und ausgeprägter Vorstellungskraft, hat in Ludwigschorgast den Bahnhof und zwei Wohnhäuser beispielhaft saniert. Rund um die Gebäude ist die Natur zuhause. Dafür hat Ehefrau Martha gesorgt. Die Bepflanzung wurde vielfältig und blühend angelegt, Sonne, Schatten und Jahreszeiten klug genutzt. Heimische Sträucher, Gräser und Stauden erzeugen ein harmonisches Gesamtbild mit einem abwechslungsreichen Farbenspiel. Was noch kommt, ist eine Blühwiese.
Nun wurde die Familie Heinz und Irene Daig im voll besetzten Speisesaal des Gasthofes Schicker prämiert. Vorsitzender Klaus-Peter Kugler und Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani übergaben den Siegern des Einzelhaus-Wettbewerbs Tonmodeln des Landkreises und Blumen.
Kugler sprach von einem erfolgreichen Gartenjahr und erinnerte an Arbeitseinsätze, Fachvorträge, Kinderbasteln und Ausflüge. Eine Bilderschau quer durch das Jahr brachte die Höhepunkte in Erinnerung. Mit Blick auf die immer häufiger werdenden "grauen Steingärten" richtete der Vorsitzende an die Besucher die Bitte: "Gärtnern Sie naturnaturnah, die Insekten und die Umwelt werden es Ihnen danken." Dass die Gartenfreunde die Osterkrone binden ("ein Schmuckstück"), das gesellige Leben pflegen, dem Bauhof Arbeiten abnehmen, und das Dorf mitgestalten, dafür bedankte sich die Bürgermeisterin. "Man sieht genau, dass wir einen Gartenbauverein haben", sagte sie. Losglück war jedem bei der abschließenden Tombola beschert. Tobias Braunersreuther