Mit 21 Kandidaten und einem Fragezeichen ziehen Eberns Freie Wähler (FWE) in die Kommunalwahl 2020. Die Bewerber erhielten bei der gut besuchten Nominierungsversammlung am Mittwochabend im Café Wagner einstimmig das Vertrauen der Vereinsmitglieder. Noch offen bleibt die Frage, ob die Freien Wähler einen Bürgermeisterkandidaten stellen.

"Wir führen dazu noch Gespräche und wir werden landauf, landab auch ermuntert, einen weiteren Bewerber anzubieten", sagte der Vorsitzende Thomas Limpert. "Wir halten uns diese Option offen und werden bis Mitte Dezember eine Entscheidung verkünden. Zum aktuellen Zeitpunkt ist es aber wenig vorteilhaft, über Namen beziehungsweise ungelegte Eier zu spekulieren", erklärte er.

Ein breites Spektrum der Stadtgesellschaft bilden die Bewerber für die Stadtratswahl ab, wie Vorsitzender Limpert nach der persönlichen Vorstellung befand. Auch Kreisvorsitzende Birgit Bayer sprach von einer "Top-Liste". Viele Berufs- und Altersgruppen seien vertreten, analysierte Limpert. Auch die paritätische Ausgewogenheit zwischen Kernstadt und Stadtteilen stellte der Vorsitzende als Pluspunkt der FWE-Liste heraus. "Der Jüngste ist 27 Jahre, der Älteste 61. Das Durchschnittsalter liegt bei 49 Jahren. Aber was noch wichtiger ist: Diese Köpfe passen gut zusammen, die Gesprächskultur ist hervorragend", verwies der Vorsitzende auf Erfahrungen aus Klausuren und Besprechungen.

In solchen Runden habe man bereits etliche Ziele abgesteckt, die nach der Wahl im März 2020 angegangen werden sollen. Eines machte Limpert klar: "Wir gehen keine Allianzen ein und wollen unabhängig bleiben." Als Vorgabe gab der Vorsitzende ein Ergebnis von "vier Sitzen plus x" aus; Fraktionskollege Philipp Arnold äußerte sich noch selbstbewusster und scherzte: "Wir peilen 20 minus x an."

Auf jeden Fall wollen die Freien Wähler nicht mehr das Zünglein an der Waage und die Rolle des Mehrheitsbeschaffers spielen, sondern zur gestaltenden, politischen Kraft in der Stadtpolitik werden. "Wir haben in den zurückliegenden Jahren als kleine Fraktion schon Qualität in den Stadtrat gebracht und werden das mit dem tollen personellen Angebot, das wir jetzt den Wählern unterbreiten, weiter ausbauen", sagte Limpert.

An Themen stehen bei den Freien Wähler der Wirtschaftsstandort, ein seniorengerechtes Wohnumfeld, das verstärkte Augenmerk auf städtische Liegenschaften samt dem Freibad und eine bessere Verkehrslenkung in der Innenstadt sowie rund um die Schulen auf der Agenda.

Erstmals stellen Eberns Freie Wähler auch vier Kandidaten auf Kreisebene: Thomas Limpert, Ralf Kestel, Thomas Wagner und Martin Lutz bewerben sich um das Vertrauen der Wähler für Mandate im Kreistag.

Die FWE-Kandidatenliste sieht wie folgt aus: 1. Thomas Limpert, Heubach; 2. Philipp Arnold, Jesserndorf; 3. Janina Reuter-Schad, Fierst; 4. Walter Ullrich, Ebern; 5. Ingo Heinemann, Unterpreppach; 6. Andreas Mölter, Eichelberg; 7. Andreas Leibold, Reutersbrunn; 8. Katrin Schor, Ebern; 9. Sven Steffan, Ebern; 10. Hermann Müller, Ebern; 11. Ralf Kestel, Ebern; 12. Martin Schwarz, Frickendorf; 13. Michael Wüstenberg, Ebern; 14. Oliver Höhn, Ebern; 15. Britta Travain Schüll, Ebern; 16. Frank Klehr, Ebern; 17. Martin Schleicher, Höch-städten; 18. Peter Ossovsky, Unterpreppach; 19. Martin Lutz, Ebern; 20. Marcel Leibold, Reutersbrunn. Nachrücker: Martin Schmitt-Zehendner, Ebern. red