Windkraft: „Entsteht schnell der Eindruck von Willkür“
Autor: Redaktion
Pinzberg, Freitag, 24. April 2026
Zum Artikel „Hier können Windräder gebaut werden“ vom 22. April:
Es ist erschreckend zu sehen, dass bereits auf regionaler Ebene der Wille von Bürgern und Gemeinden offenbar keine entscheidende Rolle mehr spielt. In der Sitzung des Regionalen Planungsausschusses wurde trotz klar ablehnender Haltung der betroffenen Gemeinden Pinzberg , Effeltrich und Poxdorf anders entschieden. Wenn diese Haltung kaum Einfluss auf Entscheidungen hat, hinterlässt das einen bitteren Eindruck.
Besonders kritisch wirkt dabei das Abstimmungsverhalten einzelner Vertreter. Wenn vergleichbare Vorranggebiete im eigenen Landkreis abgelehnt werden, in anderen Regionen aber Zustimmung erfolgt, entsteht schnell der Eindruck von Willkür. Auch die Rolle von Bürgermeisterin Christiane Meyer aus Ebermannstadt, Mitglied im Planungsausschuss, wirft Fragen auf. Als Vertreterin der Gemeinden unseres Landkreises sollte sie deren Interessen klar vertreten. Eine Entscheidung gegen diese eindeutige Position vermittelt vielen den Eindruck, dass die Anliegen vor Ort nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ihr Verweis auf die Abwägungstabelle des Regionalen Planungsverbands verstärkte zudem den Eindruck, dass die Entscheidung nicht nach dem klar geäußerten Willen der betroffenen Gemeinden, sondern vorrangig auf Grundlage dieser Tabelle getroffen wurde. Solche Entscheidungen bleiben nicht ohne Folgen.
Wenn Menschen den Eindruck gewinnen, dass ihr Engagement keine Wirkung hat, leidet das Vertrauen in demokratische Prozesse. Gerade deshalb sollte dieses Abstimmungsverhalten auch für die verantwortlichen Politiker ein deutliches Signal sein.
Was hier passiert ist, wird von vielen als politisches Versagen wahrgenommen und sollte dringend zum Nachdenken anregen. Für viele, die sich im Alltag für unsere demokratische Kultur einsetzen, wirkt ein solches Vorgehen wie ein Schlag ins Gesicht und sorgt für zusätzliche Verunsicherung.
Es geht nicht darum, Windkraft grundsätzlich abzulehnen, sondern um nachvollziehbare Entscheidungen, die die Belange vor Ort ernst nehmen. Demokratie lebt davon, dass Bürger gehört werden und ihre Meinung auch ernst genommen wird.
Markus Kreller