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Spardruck: Wo der Landkreis Forchheim den Rotstift ansetzt


Autor: Sandra Kupfer

, Mittwoch, 21. Oktober 2026

Der Landkreis Forchheim geht weiter eisern auf Sparkurs. Was alles geopfert wird, um den Haushalt zu entlasten.
Eine Zisterne wird in einem Neubaugebiet eingebaut. Die Förderung hat der Landkreis Forchheim nun komplett gestrichen.


Der Landkreis spart weiter eisern. Verzichtbares wird gestrichen. So gab es beispielsweise keine Häppchen mehr bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Natur.

Weiteres Sparpotenzial sieht das Landratsamt unter anderem in der Ausbildung beim Obstinformationszentrum. So sollen die Kurse für Sachkundenachweise und Gartenpfleger künftig bei „deutlich reduzierter Qualität“ gleichzeitig zum doppelten Preis (49 statt bisher 25 Euro ) angeboten werden. Auch die Reiser, die beim Obstinformationszentrum verkauft werden, sollen teurer werden.

Konrad Rosenzweig ( CSU ) sieht besonders in den gestiegenen Kosten der Kurse ein gewisses Risiko: „Beim Maschinenring gibt es den Sachkundenachweis für 39 Euro .“ Jedoch lenkt er ein: „Durch die Spezialisierung auf den Obstbau könnte man den höheren Preis rechtfertigen.“

Landkreis streicht Klimafonds: Förderungen für E-Bike & Co. fallen weg 

Gespart wird auch beim ersatzlos gestrichenen KIimafonds: Konnten Bürgerinnen und Bürger bisher beim Kauf eines neuen E-Bikes oder Lastenrads, für die Nutzung von Car-Sharing oder auch den Einbau einer Regenwasserzisterne eine Förderung beim Landkreis beantragen, gehen diese nun leer aus.

Wurde in der vergangenen Legislaturperiode noch ausgiebig darüber diskutiert, ob die förderfähigen Zisternen über- oder unterirdisch installiert sein müssten und welches Fassungsvermögen diese aufweisen sollten, wurde in dieser Sitzung nur kurz nickend zu Kenntnis genommen, dass die Förderung endet. 30.000 Euro Ersparnis verspricht man sich vom Ende des Klimafonds.

 „Fairere Kostenaufteilung“ beim Wässerwiesenprojekt

Im Sitzungssaal herrscht betretenes Schweigen. Auch Personalkosten können eingespart werden. Dieses Mal betrifft es das Wässerwiesenprojekt. Dort wird der Personaleinsatz künftig um 14,5 Wochenarbeitsstunden reduziert. Damit sollen im Jahr 2027 rund 35.000 Euro eingespart werden. Alles in allem rechnet Dominik Bigge (Klimamanager am Landratsamt) mit einer Ersparnis von 154.500 Euro. 

Kreisrat Rosenzweig sieht jedoch weitere Möglichkeiten, den Haushalt zu entlasten. Er scheut sich auch nicht davor, „heiße Eisen“ anzupacken, und sieht bei dem Großprojekt die Stadt Forchheim stärker in der Pflicht: „Die Wässerwiesen haben einen angenehmen Kühlungseffekt für die Stadt Forchheim . Das ist erwiesen.“ Und auch wenn der CSUler „sehr froh“ sei, diesen angenehmen Kühlungseffekt für die Stadt Forchheim vorhalten zu können, wünscht er sich dennoch eine „fairere Kostenaufteilung“.

„Wir könnten eventuell die Stadt Forchheim erneut ansprechen, ob sie ihren Zuschuss für das Wässerwiesenprojekt noch einmal überdenken würde“, regt er an. Schwierigkeiten sieht er besonders in der Kommunikation mit den Bürgern: „Wenn ich heute in Wiesenttal und in Gößweinstein erklären muss, warum wir hier so einen Vorteil für die Stadt Forchheim finanzieren, wird das schwierig.“

Einsparungen bei der Abfallwirtschaft

Im Anschluss stellt der Bereich Abfallwirtschaft seinen Teilhaushalt vor und erklärt, wo im nächsten Jahr die Kosten reduziert werden sollen. Besonders stellt Frank Müller (Abfallmanager am Landratsamt) die Einsparung von 50.000 Euro heraus. Diese kommt zustande, weil an zwei Wertstoffhöfen weiterhin Papier-Iglus stehen bleiben, statt die bereits vorgesehene Umrüstung auf Papierpressen durchzuführen.

Insgesamt plant der Bereich Abfallwirtschaft, rund 251.800 Euro einzusparen. Diese Summe kommt unter anderem auch durch die signifikante Erhöhung der Abfallgebühren in Höhe von etwa 50 Prozent ab dem 1. Januar zustande.

Über den gesamten Ergebnishaushalt verspricht Kämmerer Johannes Kreß jedoch durch die Konsolidierungsmaßnahmen eine Einsparung in Höhe von 8,417 Millionen Euro .