Die Stempfermühlquelle bei Gößweinstein wird wieder überwacht. Die Schüttungsmessung und Infotafel sind zu Beginn der Tourismussaison wieder in Betrieb .

Die seit mehr als 15 Jahren von der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken (FHKF) betriebene karsthydrologische Messstation im alten Wasserwerk an der Stempfermühle musste vor geraumer Zeit außer Betrieb gesetzt werden, weil dort keine Stromversorgung mehr bestand. Davon betroffen war im Wesentlichen die permanente Pegelmessung im Quellschacht und die Anzeige der täglichen Wasserspende an der Infotafel direkt am Quellbecken. Sie zeigte eindrucksvoll, wie viele Kubikmeter Quellwasser in einem Tag aus der Stempfermühlquelle in die Wiesent fließen. Als die stärkste Karstquelle im nördlichen Frankenjura beträgt die Wasserspende im Durchschnitt 38 000 Kubikmeter in 24 Stunden.

Im Oktober des letzten Jahres konnte die Pegelmessung im Quellschacht nach technischen Änderungen wieder in Betrieb genommen werden. Jetzt wurde auch die Anzeige der Wasserspende an der Infotafel wieder aktiviert.

Nachdem es nicht möglich war, den geringen Stromverbrauch für das Display durch einen Netzanschluss am Gasthof „Stempfermühle“ zu realisieren, wurde zur Stromversorgung nun eine Solarzelle mit Akku eingesetzt. Ein Bewegungsmelder registriert den Besucher und schaltet die Anzeige ein.

Dieter Preu, der bei der FHKF für die Hydrologie und die Arbeitsgruppe Höhlenlabor zuständig ist, erklärt: „Ich freue mich, dass wir trotz aller Widrigkeiten wenigstens wieder die Pegelmessung und die Anzeige an der Infotafel in Betrieb nehmen konnten, denn gerade hier wird dem interessierten Wanderer anschaulich gemacht, welche enormen Wassermengen in unserem Karstgebirge unterwegs sind. Das Wasser ist schließlich auch für die Höhlenentstehung und die Bildung von Tropfsteinen verantwortlich.“

In früheren Zeiten waren die Karstquellen die einzige Trinkwasserversorgung der Dörfer auf der wasserarmen Jurahochfläche. Mit „Butten“ musste das kostbare Nass die steilen Hänge hinaufgetragen werden. „Ich habe vor längerer Zeit mit einem Konzept einmal angeregt, der Geschichte der Wasserversorgung im Wiesenttal einen Themenweg zu widmen. Anschauliche Örtlichkeiten gäbe es zwischen Muggendorf und Behringersmühle genug“, sagt Preu.

In Absprache mit der Gemeinde Gößweinstein und dem Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura soll in nächster Zeit auch das Becken wieder hergerichtet werden, in dem das Wasser der vier starken Stempfermühlquellen gesammelt wird, bevor es in die Wiesent fließt. Es lohnt sich also wieder, der Quelle an der Stempfermühle einen Besuch abzustatten. red