Druckartikel: Spontane Gehweg-Idee stößt auf Ablehnung

Spontane Gehweg-Idee stößt auf Ablehnung


Autor: Fränkischer Tag

, Sonntag, 19. Juli 2026


Ein bürgerschaftlicher Antrag einer Familie zur Errichtung eines Gehwegs entlang der Kreisstraße FO 21 im Gemeindeteil Geschwand vom östlichen Ortseingang bis zur Geschwander Hüll sorgte für eine kontroverse Debatte im Gemeinderat.

Wie Bürgermeister Alexander Lang dazu zunächst informierte, liege eine Empfehlung der Polizei vor, das Ortsschild nicht nach außen hin zu versetzen und die Geschwindigkeit zu begrenzen.

Er betonte aber auch, dass in diesem Bereich regelmäßig Fußgänger unterwegs sind. Die Frage sei jedoch, wie man mit solchen Anträgen umgehe, die sich in den nächsten Jahren häufen könnten. Man sei sich aber auch einig, dass in diesem Bereich über kurz oder lang Handlungsbedarf bestehe.

Nicht in naher Zukunft

„Gemacht werden muss was, unabhängig von dem Antrag der Familie“, pflichtete ihm Benjamin Dresel bei. Perfekt wäre für ihn ein Gehweg bis zur Sportplatzstraße. „In diesem Jahr werden wir es nicht unterbringen und in den nächsten Jahren nicht gleich“, so der Rathauschef.

Aus dem Rat kam nun der Vorschlag, dass der Gehweg kurzfristig machbar sei, wenn dies der gemeindliche Bauhof erledigen könnte. Dies hielt Geschäftsstellenleiter Ulrich Meierhöfer für keine gute Idee.

Grundsätzlich befindet sich der Streifen neben der Kreisstraße nicht im Gemeindebesitz. Außerdem versickere das Straßenwasser in dieser Grünfläche.

„Da muss ich dem Uli beipflichten, ganz so einfach können wir das nicht machen. Wenn wir es machen, dann müssen wir es gescheit machen“, so Stefan Lang.

Bürgersteig für ein Kind?

„Wir waren uns vor ein paar Jahren einig, mit solchen Sachen im Rahmen zu bleiben“, erinnerte Thomas Laitsch. Und weiter: „Nur für ein Kind einen Bürgersteig zu bauen, halte ich für übertrieben.“

Dresel machte nun den Vorschlag, den Radweg überörtlich gleich bis zur Krachershöhe im Gemeindegebiet von Gößweinstein auszubauen. Dafür müsste es seiner Meinung nach auch Zuschüsse geben.

Der Beschlussvorschlag des Bürgermeisters lautete schließlich, den Gehweg mittel- bis langfristig zu bauen.

Kontrovers war auch die Debatte zum Antrag eines Anliegers im Baugebiet „Am Heiligloch“ in Obertrubach, um sein Anwesen einen bis zu zwei Meter hohen Sichtschutzzaun zu ziehen. Im Bebauungsplan ist ein Zaun nur bis zur Höhe von einem Meter festgeschrieben.

Es gibt bereits Ausnahmen

Laut Zweitem Bürgermeister Bernd Reichel sind in diesem Siedlungsgebiet aber schon mehrere höhere Mauern zu finden. Er hat die Nachbarn gefragt und die hätten nichts dagegen. Außerdem würde der Antragsteller seinen Sichtschutzzaun begrünen.

„Da schaffen wir wieder einen Präzedenzfall und haben wir nur zwei Meter hohe Mauern. Der Gemeinderat hat auch eine Verantwortung für das Ortsbild“, sagte Thomas Laitsch.

„Da gebe ich Thomas recht, wir hatten schon mehrere solche Fälle abgelehnt“, sagt darauf Stefan Lang.

Keine Handhabe dagegen

Meierhöfer befand nun, dass die Gemeinde keine Handhabe mehr dagegen habe. Was man anderen schon genehmigt habe, müsse man nach dem Gleichheitsgrundsatz auch diesem Antragsteller genehmigen. „Die meisten Bebauungspläne sind das Papier nicht mehr wert, auf dem sie stehen“, so Meierhöfers Begründung.

Gegen die Stimme von Laitsch wurde dem Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans zugestimmt.

Mehr Geld für Tierschutz

Als nächstes ging es um den Tierschutzverein Forchheim, der von den Landkreisgemeinden mehr Geld möchte. Bisher waren es zehn Cent pro Einwohner. Im Gespräch war nun ein Euro. Der Kompromissvorschlag: 25 Cent. Wichtig ist der Tierschutzverein für die Gemeinden deshalb, weil diese eigentlich für Fundtiere zuständig sind.