Zum Bericht "Frühjahrsgeschäft schon futsch?" vom 12. Februar:

Es ist der Bericht über zwei heimische Gärtnereien , die durch die lange Zeit des Lockdowns zunehmend von existenziellen Sorgen geplagt werden, die mich zu diesem Brief veranlassen. Sie stehen beispielhaft für viele Gaststätten , Hotels , Einzelhandelsgeschäfte, Fitnessstudios und Kulturschaffende, denen es genauso geht.

Zwischenzeitlich erfasst diese bedrohliche Lage vieler Selbstständiger auch immer mehr Unternehmer, die vor der Insolvenz oder Geschäftsaufgabe stehen. Nur noch mit Unverständnis kann der Fortsetzung des Lockdowns von vielen der Betroffenen begegnet werden, wenn sie erfahren müssen, dass ihre Waren durch Discounter mit Lockangeboten Woche für Woche einer drängenden Kundenschar angeboten werden dürfen, während sie selbst mit ausgefeilten Hygienekonzepten arbeiten, mit denen sich nachweislich keine erhöhten Infektionsgefahren ergeben haben.

Sollten die massiven Kontaktbeschränkungen die Menschen vor der Infektion mit dem Virus schützen, die insbesondere für ältere und mehrfachkranke Menschen bedrohlich werden kann, haben sie unterdessen schwere gesundheitliche Schäden auf anderen Ebenen ausgelöst. Arbeitsplatzverluste, Existenzängste, Kontakt- und Bildungseinschränkungen für Kinder und Jugendliche , überlastete Familien, Sportverbote, Einsamkeit vieler Menschen, unterlassene medizinische Behandlungen u. v. m. sind die Auslöser.

Es kann gemutmaßt werden, dass die Behandlung der Pandemie schwerere Krankheitsfolgen hinterlassen wird als die Viruskrankheit selbst. Um eine weitere Zunahme der schweren gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen des Lockdowns zu verhindern, ist es höchste Zeit, den Ausgang daraus schnell vorzunehmen. Andere Länder zeigen, dass auch ohne diese harten Maßnahmen die Infektionszahlen deutlich sinken können. Gesundheit ist und war schon immer mehr als nur die Vermeidung von Virus- oder Bakterienkontakten. Gesundung aus einer Krankheit ist mehr als nur die technische Hilfe, die die moderne Medizin bereitstellt. Heilung, heil werden geschieht wesentlich durch gute soziale Kontakte. Heilung geschieht ganz wesentlich aber auch durch ein Vertrauen zum Leben. Ich hoffe, dass in dieser Gesellschaft der Furcht zu diesem Vertrauen bald zurückgefunden wird.

Klaus-Dieter Preis, Gößweinstein