Wenn es das Wetter gut mit den Dorfhausern meint, dann ist es ungemütlich oder regnet in Strömen. Denn dann werden die Dorfhauser nicht mit den Autos der Touristen überflutet. Doch es gibt Tage, da spielt sogar das Wetter keine Rolle.

Während der Corona-Zeit ohnehin und auch an Pfingsten heißt es regelmäßig „Land unter“ in dem kleinen Dorf bei Weißenohe . Die Sinterstufen sind zu jeder Jahreszeit ein Naturschauspiel. „Die Leute parken sogar die Einfahrt zu. An solchen Tagen muss man zu Hause bleiben dürfen“, meint ein Anwohner, der die Wanderer darauf auch schon hingewiesen hat. Dumme Kommentare sind noch eine freundliche Antwort. Manche interessieren sich dafür nicht, lassen ihr Auto an den unmöglichsten Stellen stehen, lassen ihre Hunde überall das Geschäft erledigen. Bürgermeister Rudolf Braun (WGA) kennt diese Vorfälle natürlich. „Sie würden am liebsten zu den Stufen fahren“, sagt er.

Deshalb ist nicht nur die enge Dorfstraße beidseitig vollgeparkt, sondern auch die schmalen Wanderwege und Äcker und Wiesen. Da sind mehr Parkplatzsuchende auf der einen Seite und ein enges Tal mit nur einer Zufahrtsstraße auf der anderen Seite. Beides führt zu der verschärften Problematik. Die Gemeinde muss handeln.

„Wenn kein Rettungsfahrzeug mehr durchkommt, brauchen wir einfach ein Parksystem“, sagt Braun. Das Parkleitsystem war deshalb nicht nur einmal auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Anregungen gab es viele, doch nicht alle Möglichkeiten sind umsetzbar. Da Pfingsten vor der Tür steht, wurde schon vor Wochen ein Arbeitskreis gegründet, bestehend aus dem Ersten und Zweiten Bürgermeister und einigen Gemeinderäten.

Allen voran wird weiterhin auf die Vernunft der Wanderer und Touristen gesetzt, aber auch mit verkehrsrechtlichen Maßnahmen ein Riegel gesetzt. So wird in der Dorfhauser Straße ein Halteverbot angebracht für die gesamte linke Straßenseite (von Weißenohe aus kommend). „Damit soll eine erforderliche Fahrbahnbreite von 3,50 Metern dauerhaft gewährleistet sein“, erklärt Bürgermeister Rudolf Braun . So soll sichergestellt werden, dass die Rettungsfahrzeuge passieren können.

Auch die Zufahrten zu den Grundstücken und Einmündungen zu den Straßen sind freizuhalten. Damit es gar nicht zu der Fülle an Parkplatzsuchenden in der Dorfhauser Straße kommt, werden die Wanderer und Touristen bereits bei ihrer Ankunft in Weißenohe freundlich darauf hingewiesen: mit Schildern, die am Ortseingang und in Weißenohe aufgestellt werden.

Für Rettungsdienste freihalten

Der Besucher erfährt jedenfalls, noch bevor er sich auf den Weg zu den Sinterstufen begibt, dass in Dorfhaus nur eingeschränkt geparkt werden kann und dass es in dem kleinen Dorf kaum eine Wendemöglichkeit gibt. Zusätzlich wird an den Besucher appelliert, nicht bis zum Lillachtal zu fahren. Vielmehr sollten die öffentlichen Verkehrsmittel gewählt werden, um die Verkehrsproblematik im Ort zu entschärfen. Schließlich müsse es nicht ein Bürger sein, der einen Rettungsdienst benötige. Das könne auch ein Wanderer sein. Den Ausflüglern stehen die neu angelegten Wanderparkplätze in Weißenohe in der Weiherstraße und am Sportplatz zur Verfügung. Denn nicht nur die Einheimischen leiden. Auch für die Natur sind die wachsenden Besucherzahlen eine Belastung. „Wir bitten daher alle Besucher, sich naturverbunden zu verhalten und dem sensiblen Ökosystem Lillachtal mit Respekt zu begegnen“, sagt Braun.