Nicht jedes Sommerhoch bringt Hitze
Autor: Fränkischer Tag
, Freitag, 17. Juli 2026
Aus der Lage eines Hochs resultieren unterschiedliche Wettervarianten – genau sind es vier an der Zahl
Es ist noch nicht lange her, da hieß es in vielen Medien, dass uns bald erneut eine brutale Hitzeglocke mitten über Europa drohen würde. Doch beim Blick zurück in diese Woche sieht man, dass Prognosen das eine sind, das reale Wetter das andere sein kann.
Noch unter der Woche haben manchen Horror-Prognosen bis zu 47 Grad in Teilen Deutschlands befürchten lassen. Doch an dieser Stelle macht die gute alte Binsenweisheit Sinn: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Der Kern des Pudels, um in der Bildersprache zu bleiben, liegt bei längerfristigen Prognosen gerade für Hitzewellen ausgerechnet in der richtigen Interpretation von Hochdruckgebieten. Deren Lage, Verweildauer und Art der sogenannten Luftmasse im Hochzentrum haben entscheidenden Einfluss auf den Temperaturverlauf und damit die Klassifikation einer möglichen Hitzewelle.
Die Synoptiker
Im Meteorologen-Deutsch befassen sich die sogenannten Synoptiker mit der Deutung des Wetterverlaufs anhand von Lage und Zugrichtung der Hochs und Tiefs. Im Falle der historischen Hitzewelle Ende Juni mit neuen Allzeitrekorden bis fast 42 Grad befand sich Mitteleuropa – und damit auch unsere Region – mitten in einem Hoch, das mit afrikanischer Heißluft angefüllt war. Hierzu passte der Begriff Hitzeglocke, in den USA „Heatdome“ genannt.
Maximale Tageslänge, trocken-heiße Luft ohne Chance auf Wolken und Gewitterbildung sowie die intensive Sonneneinstrahlung sind genau die Rezeptur dafür, dass sich die Hitzewelle quasi vor Ort aus sich selbst heraus aufbauen kann. Es gibt aber grundsätzlich noch weitere Konstellationen, bei denen aus der Lage des Hochs sehr unterschiedliche Sommerwetter-Varianten resultieren. Genauer gesagt sind es vier an der Zahl.