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Millionenprojekt: Der Sägmühlsteg in Ebermannstadt soll erneuert werden


Autor: Carmen Schwind

Ebermannstadt, Dienstag, 30. November 2021

Bei einer Überprüfung des sogenannten Sägmühlstegs in Ebermannstadt im November 2020 durch einen Mitarbeiter der Landesgewerbeanstalt Bayern kam herau...


Bei einer Überprüfung des sogenannten Sägmühlstegs in Ebermannstadt im November 2020 durch einen Mitarbeiter der Landesgewerbeanstalt Bayern kam heraus, dass „die fortschreitende Fäulnis zu erheblichen Entfestigungen des Holzes an allen Teilen des Tragwerks geführt hat“. Das Bauwerk sei deshalb für eine Nutzung als Geh- und Radweg nicht mehr geeignet. Es sei ein Einsturz des Holzüberbaus allein durch das Eigengewicht zu befürchten. Die Stadt Ebermannstadt reagierte und sperrte den Sägmühlsteg sofort.

Bei der jüngsten Stadtratssitzung trug Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) vor, dass der Steg das historische Scheunenviertel mit der Innenstadt und dem Einkaufszentrum „Oberes Tor“ verbinde. Die Brücke sei drei Meter breit und etwa 55 Meter lang. Sie ging auch auf die historische Bedeutung des Stegs ein.

„Um die Förderfähigkeit eines Ersatzneubaus in Erfahrung zu bringen, steht die Stadt Ebermannstadt bereits seit 2020 mit der Regierung von Oberfranken in Kontakt“, erklärte die Bürgermeisterin. Sie empfahl, für die Bedarfsermittlung einen Antrag auf Städtebauförderung zu stellen. Hier könnte ein Teilnahmewettbewerb für Ingenieursleistungen durchgeführt werden. Ein Büro solle zur Erarbeitung der Zielvorstellungen, der Trassenführung und einer Kostenschätzung beauftragt werden. Dann könne ein Beschluss über die Ziele im Rat gefasst und ein Büro für den Wettbewerb beauftragt werden.

Franz Josef Kraus (FDP/BFE) wies darauf hin, dass die Verwaltung auf die Kosten achten solle. 150 000 Euro seien allein für den Wettbewerb im Haushalt eingestellt. Auch hätten sich die Schätzkosten von früher einmal 850 000 Euro auf 1,1 Millionen Euro erhöht.

Wirtschaftliche Lösung das Ziel

Meyer bestätigte, dass die Stadt eine wirtschaftliche Lösung finden wolle. Für die Kostenberechnung seien die laufenden Meter genommen worden.

Geschäftsführer Andreas Kirchner erklärte, dass die 150 000 Euro nicht nur für den Teilnahmewettbewerb, sondern auch für weitere Planungen vorgesehen seien. Rainer Schmeußer wollte wissen, wann der Steg fertig sein könnte. Die Bürgermeisterin antwortete, dass sie hoffe, dass im Herbst 2023 mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Danach sprachen sich die Stadträte grundsätzlich für eine Erneuerung des Sägmühlenstegs und für die vorgeschlagene Vorgehensweise aus.

Das „Echda ebsa“-Projekt

Danach präsentierten Anja Meusel und Moritz Neuner von den „Echda Ebsa“ ihr Projekt, mit dem sie den ersten Preis des Ebermannstädter Stadt-up-Wettbewerbs gewonnen hatten. Für dieses würden sie gern das ehemalige Gasthaus „Zum Bayerischen“ zwischennutzen. Die „Echda Ebsa“ wollen Handwerker, Kulturschaffende und Enthusiasten aus der Fränkischen Schweiz vernetzen. Dafür wäre eine Zwischennutzung des noch mindestens ein Jahr leer stehenden Gebäudes für die jungen Leute interessant, da es sich an der stark frequentierten Bundesstraße befindet. Im Erdgeschoss ist ein Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen und Ausstellungen geplant, im Obergeschoss Atelierräume für kreative Menschen. „Ich persönlich finde es eine große Chance. Zwischennutzungen sind eine gute Sache“, meinte Christiane Meyer .

Franz Josef Kraus sah den Beschlussvorschlag hingegen kritisch, weil die jungen Leute das Gebäude kostenfrei nutzen wollten. Auch sah er ein Problem wegen der Verkehrssicherheitspflicht und weil der Bauhof entrümpeln solle.

Andreas Kirchner wies auf das Wort „vorbehaltlich“ im Beschlussvorschlag hin. Zuerst müssten die Kosten überprüft werden. Auch hier beschloss das Gremium, dass es grundsätzlich für diese Zwischennutzung sei. Danach verließ Kraus das Gremium, laut Antje Müller (FDP/BFE) „aus persönlichen Gründen“.

Abwassergebühren steigen

Die verbliebenen Räte beschlossen eine Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung. Die Gebühr erhöht sich von 1,34 Euro pro Kubikmeter Abwasser auf 2,82 Euro . Die Bürgermeisterin erklärte, dass unter anderem eine Kanalsanierung in Niedermirsberg und Wohlmuthshüll geplant sei. Insgesamt sollen sechs Millionen Euro investiert werden. Allerdings müssten nur drei Millionen Euro von den Gebühren- und Beitragszahlern getragen werden. Meyer zählte die Abwassergebühren umliegender Orte auf, die sich ebenfalls auf einem solchen Niveau befinden.

Antje Müller las vor, dass eine 110-prozentige Steigerung ohne vorherige Information eine Zumutung für die Bürger sei. Man solle den Betrag in zwei Schritten erhöhen.

Erwin Horn (NLE) wunderte sich, eine solche Aussage aus den Reihen der FDP/BFE-Fraktion zu hören, da der ehemalige Bürgermeister Franz Josef Kraus ja Bescheid wissen müsste: Zu seiner Zeit sei die Gebühr von 1,95 Euro auf 1,34 Euro gesenkt worden, da sich herausgestellt hätte, dass die Berechnung falsch gewesen war und die Bürger zu viel bezahlt hatten. Kämmerer Wolfgang Krippel erklärte, dass in den 2,82 Euro bereits Rücklagen enthalten seien. Kirchner hob noch einmal hervor, dass drei Millionen Euro gefördert würden. Dieser Betrag müsse nicht umgelegt werden. Die Stadträte stimmten mit einer Gegenstimme der Satzungsänderung zu.