Kunst im neuen Rathaus geplant
Autor: Fränkischer Tag
, Dienstag, 30. Juni 2026
Forchheim muss bei der Generalsanierung künstlerische Aspekte mitdenken. Ein Stadtrat übt Kritik.
Es geht voran am Rathaus. Das sieht man nicht zuletzt daran, dass die kupferne Turmspitze nach mehr als fünf Jahren wieder unverhüllt in den Forchheimer Himmel strahlt. Und es geht voran im Rathaus.
Nach mehr als sieben Jahren Bauzeit soll die fast 45 Millionen Euro teure Generalsanierung des historischen Rathauses in der Forchheimer Innenstadt im Spätsommer 2027 abgeschlossen sein. Aktuell seien keine weiteren Hiobsbotschaften zu erwarten, sagt Architekt Stephan Fabi. Stattdessen geht nun ein wichtiges Teilprojekt des Mammutprojekts in die nächste Runde.
Kunst am Bau – dahinter steckt eine Verpflichtung insbesondere bei öffentlichen Bauvorhaben , einen Teil der Baukosten für Kunstwerke zu verwenden. Plastiken, Gemälde, Installationen – in der deutschen Baugeschichte finden sich zahlreiche Beispiele in vielen großen Städten. Und bald auch in Forchheim.
Ein Postkartenmotiv
Was böte sich für dieses Programm thematisch besser an als die Sanierung des wichtigsten Postkartenmotivs in der Forchheimer Innenstadt ? So wollen Forchheims Stadtverwaltung, der Stadtrat sowie der Chefarchitekt Stephan Fabi „das kulturelle Erbe des Rathauses mit künstlerischen Mitteln und Medien Besuchenden aller Altersgruppen vermitteln“. Das Ziel: „Erkenntnisgewinn, ästhetischer Genuss durch Baukultur und künstlerische Inszenierung der Funde und Befunde sowie Teilhabe am kulturellen Erbe“.
Konkret sollen unter anderem Filme, Graphic Novels und Bildtafeln gezeigt, archäologische Funde ansprechend präsentiert und die Geschichte des Hauses und der Sanierung erlebbar gemacht werden.
Insgesamt plant die Stadt für das künstlerische Gesamtkonzept 225.000 Euro ein. Ein Teil davon wird, wie beim Rest des Rathauses, üblich mit öffentlichen Geldern gefördert. Im ersten Schritt ist nun veröffentlicht worden, wer sich um das Gesamtkonzept kümmern wird.
Anders als bei Kunst am Bau üblich hatten Forchheims Rathaussanierer verschiedene Expertenbüros für Szenografie – also für die Ausstellungsgestaltung – angeschrieben und diese für Angebote angefragt. Den Zuschlag erhalten hat die Chezweitz GmbH aus Berlin. Dieses Büro hat bereits ähnliche Ausstellungsformate in Berlin und anderen Großstädten umgesetzt.