Auch in diesem Jahr muss der 59-jährige Jürgen Pöhlmann aus Ebermannstadt seine "Längengrad-Weltumradlung" wegen Corona unterbrechen. "Eigentlich war ja geplant, dass ich 2020 die nächste Etappe vom Baikalsee nach Peking radle", erzählt Pöhlmann.

2019 war er 3820 Kilometer von Jekatarinburg nach Irkutsk auf dem Fahrrad unterwegs gewesen. Doch der Plan von der anschließenden Etappe konnte noch nicht umgesetzt werden. Deshalb blieb er 2020 in Europa und unternahm seine erste "Corona-Tour". Die ging von Ebermannstadt über Palermo zur Südspitze Siziliens. "Ich bin zwar Optimist, aber ich glaube nicht, dass das heuer mit der Weltumradlung weitergeht", meint Pöhlmann. Denn derzeit gibt es für Amerika, Russland oder China keine Visa.

Deshalb unternimmt er auch in diesem Jahr seine jährliche Radtour in Europa. Kurz nach seinem 60. Geburtstag im August will er sich mit dem Fahrrad von Ebermannstadt aus auf den Weg machen Richtung Straßburg und weiter nach Madrid und Lissabon. "Europa ist doch auch wunderschön", schwärmt Jürgen Pöhlmann, der erst als Rad- und Kulturführer quer durch Franken unterwegs war und 2010 mit einer geführten Radtour in die Ebermannstadter Partnerstadt Chantonnay seine "internationale Karriere" begann.

Mittlerweile hat er 30 000 Kilometer Strecke in 23 Ländern auf drei Kontinenten hinter sich gebracht. Über die vielen Reisen hält er Vorträge in Ebermannstadt und Forchheim, deren Eintrittsgelder an soziale Projekte gehen.

Neue Vortragstermine

"Die ‚Reisefieber-Vorträge‘ waren für Februar geplant, aber die müssen jetzt auf Oktober verschoben werden", erklärt Pöhlmann. Die Termine für Ebermannstadt sind für den 2. und 9. Oktober geplant.

Im Augenblick läuft und wandert Jürgen Pöhlmann regelmäßig. "Bald geht es los mit dem Radfahren ", erzählt er und sagt, dass sich für ihn in der Hinsicht durch Corona nichts geändert habe, denn er ist alleine und im Freien unterwegs: "Das ist anders als bei Leistungssportlern, die Wettkämpfe austragen."

Jürgen Pöhlmann ist der Ansicht, dass man alles bewältigen könne. Der Ebermannstadter empfiehlt den Menschen Bewegung an der frischen Luft, um den Kopf wieder freizubekommen.