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Bahnhofstraße Gräfenberg: Warum sie für Schüler heikel ist


Autor: Fränkischer Tag

, Montag, 14. Sept. 2026

Die Bahnhofstraße in Gräfenberg ist eng. Der Schulweg dicht vorbei an Lastwagen und Bussen ist riskant. Wie gefährlich die Straße für Schüler ist und welche Lösungen die Stadt sucht.
Wenn ein Lastwagen entgegenkommt, gibt es in der Bahnhofstraße in Gräfenberg kein Durchkommen. Petra Malbrich


Abfalltonnen werden geleert. Autos und Lieferwagen bleiben am Berg stehen, warten, bis sie wieder ein Stück weiterfahren können. Mit Schulbeginn fahren dann auch die Busse, und das rückt die Bahnhofstraße in Gräfenberg vermehrt in den Fokus, denn sie ist ein wichtiger Schulweg. Die Bahnhofstraße ist eng, hat teilweise keinen Gehweg, und wenn Schwerlastverkehr sich begegnet, kommt es zu spannenden Ausweichmanövern.

Nicht nur deshalb wird sie als Gefahr für die Schüler eingestuft. „Ein konkreter Unfall mit Personenschäden ist uns nicht bekannt. Sachschäden an Fahrzeugen werden uns nicht gemeldet“, teilt die Fachabteilung ÖPNV und Schülerbeförderung des Landratsamts Forchheim auf Anfrage mit. Weshalb ist denn nun die Bahnhofstraße gerade für Schüler so gefährlich?

Sitzen sie nicht im Bus, der die Zugschüler am Bahnhof abholt und zum Schulstandort fährt? Und die Schüler aus den Außenorten oder zum Gräfenberger Schulsprengel gehörenden Gemeinden ebenso? Dass die Schüler aus anderen Ortschaften mit dem Bus fahren, ist richtig, bestätigt das Landratsamt. Auch die Schüler aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, die mit dem Zug am Bahnhof ankommen und ebenfalls zur Realschule befördert werden müssen, sitzen in den Bussen.

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Aber es gibt noch andere Schüler . Das sind die Einheimischen, und sie sind zu Fuß unterwegs. „Die Schüler aus Gräfenberg laufen zu den Schulen im Ort oder zum Bahnhof zur Weiterfahrt zu anderen Schulen“, erläutert die Fachabteilung ÖPNV. Weiter zum Gymnasium nach Eckental beispielsweise, oder junge Auszubildende, die zur Berufsschule fahren, und auch die Pendler allgemein, die zu Fuß zum Bahnhof gelangen.

Seit wann die Schüler über den Bahnhof und der Bahnhofstraße befördert werden, kann nicht genau gesagt werden. Seit mindestens 15 Jahren sei das so, so das Landratsamt, Abteilung ÖPNV, die gerade die neuen Busfahrpläne und Linien erarbeitet. Genau diese Busfahrpläne sind auch Grund dafür, dass die Busse nicht einfach um Gräfenberg herumgeleitet werden können oder zu anderen Zeiten fahren.

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„Die Unterrichtszeiten der Schulen in Gräfenberg sind an die Zugzeiten gekoppelt. Eine Umfahrung der Bahnhofstraße würde diese Anschlüsse zunichtemachen. Des Weiteren würde eine Umfahrung das ganze Umlaufgefüge im überwiegend südlichen Landkreis Forchheims durcheinanderbringen“, erklärt die Abteilung ÖPNV im Landratsamt. Könnten dann wenigstens die Gräfenberger Schüler , die Schulen in einem anderen Landkreis besuchen, mit dem Bus zum Bahnhof gebracht werden? Vorausgesetzt es fährt ein Bus?

Das wäre freilich möglich, war die Antwort vom Landratsamt. „ Schüler mit Beförderungsanspruch bekommen das 365-Euro-Ticket und dürfen daher alle Fahrzeuge – Bus, Bahn, Straßenbahn , U-Bahn und weitere des ÖPNV – innerhalb des Verbundgebietes des VGN nutzen“, so die Fachabteilung Schülerbeförderung ÖPNV. VGN ist der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg . Viele Schüler , die zum Bahnhof müssen, nutzen auch den sichereren Weg durch das Gesteiger Tor. Der Weg mündet dann in die Bahnhofstraße an der Stelle, an der es wieder einen Gehweg gibt.

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Nichtsdestotrotz bleibt die enge Straße gerade an Schultagen eine Gefahr. Das Thema ist nicht neu. Schon während der Amtszeit von Hans-Jürgen Nekolla ( SPD ) als Bürgermeister von 2014 bis 2020 stand die gefährliche Situation der Bahnhofstraße mit nahezu denselben Anträgen wie der Sperrung der Bahnhofsstraße für den Schwerlastverkehr oder der Einbahnstraßenregelung auf der Tagesordnung des Stadtrats. Sowohl das Landratsamt als auch die Polizei waren in eine Lösungsfindung involviert.

Doch wie unter Nekollas Amtszeit wurden die Vorschläge auch unter Bürgermeister Ralf Kunzmann (FW) von den Behörden als nicht zulässig oder nicht praktikabel abgelehnt, weil zum einen die Bahnhofsstraße eine wichtige Verbindungsstraße im Ort sei und zudem Sperrungen den Verkehr auf andere, ebenso enge Wohngebiete verlagern würde. Damals wie heute gab und gibt es keine rechtliche Handhabe. Und so bleibt auch Bürgermeister Ralf Kunzmann nur, den Wunsch zu äußern, dass die Nordumgehung – von der Feuerwehr Gräfenberg ausgehend über den Steinbruch Bärnreuther-Deuerlein auf die Kasberger Straße zum Schulstandort verlaufend – schnell Fahrt aufnehme. „Das wäre die Lösung, die allen zugutekommt. Auch den Anliegern, weil der Schwerlastverkehr nicht mehr durch den innerstädtischen Bereich führt“, sagt Kunzmann.