Ferientrend: Ist nach der fünften Hitzewelle Schluss?
Autor: Fränkischer Tag
, Freitag, 14. August 2026
Das Wetter macht, was es will – das lernen schon die Vorschulkinder. Und auch, dass unser Wetter trotz aller KI-Fortschritte letzten Endes nie ganz auszurechnen ist, ist ebenfalls eine Binsenweisheit. Was wir aber gerade in diesem denkwürdigen Sommer seit den bereits überhitzten Pfingstfeiertagen Ende Mai zur Kenntnis nehmen durften oder mussten: zu viel an Hitze, zu wenig an Regen , und das auch noch über sehr lange Zeit.
So mag sich die Klimabilanz im Zeitraum von den Pfingstferien bis zum zweiten Drittel der Sommerferien in manchen Teilbereichen schon etwas gruselig lesen. Fünf mehr oder weniger ausgeprägte und örtlich mit Allzeitrekorden an Höchsttemperaturen versehene Hitzewellen seit Ende Mai – das hat es nach ersten Einschätzungen in unserer Region – möglicherweise seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen 1881 – nicht gegeben.
Pünktlich zur Monatsmitte und dem regionalen Feiertag Mariä Himmelfahrt ist durchaus eine Art „Grande Finale“ dieses geschichtsträchtigen Sommers 2026 möglich. Nochmals an einigen Orten 35 Grad und mehr sind möglich.
Passenderweise besteht eine Analogie zum Höhepunkt der italienischen Feriensaison, dem sogenannten „Ferragosto“ am 15. August, an dem die meisten Italiener ans Meer oder – was durch die übermäßig warme Adria inzwischen Modetrend geworden ist – in die Südalpen flüchten.
Es gibt aber bereits zahlreiche Stimmen, die immer lauter werden und Befürchtungen äußern, dass damit das Kapitel Bade- und Grillwetter für diese Saison geschlossen würde. Tatsächlich bahnt sich ein relativ radikaler und ruppiger Umschwung der Großwetterlage hinein in die dritte August- und Ferienwoche an.
So zieht sich das bekannte Azorenhoch an seinen angestammten Platz über den Azoren zurück und macht den Weg für längere Zeit frei für deutlich abgekühlte Luft vom Atlantik. In der gesamten Folgewoche fühlt es sich dann im Vergleich zu den zahlreichen überhitzten und sonnigen Tagen voraussichtlich fast schon ein wenig spätsommerlich, auf jeden Fall aber nicht mehr hochsommerlich an. Ob sich der Sommer überhaupt noch einmal über die verbleibende Ferienzeit bis in den September hinein zurückwagen wird, ist nach jetzigem Stand noch völlig offen, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Hier kommt ein weiteres Phänomen ins Spiel: die erhöhte Verweildauer und Neigung zur Wiederkehr bestimmter Großwetterlagen in den Sommermonaten – verstärkt und unterstützt durch den fortschreitenden Klimawandel.