Das Erbe August Nützels
Autor: Fränkischer Tag
, Freitag, 21. August 2026
Ahnenforschung: Sebastian Hoffmann aus Neunkirchen am Brand erfährt Neues über seinen Urgroßonkel
Mehr als ein Dutzend Bücher hat Sebastian Hoffmann auf dem Tisch ausgebreitet. Wir treffen uns mitten in Neunkirchen am Brand, auf seinem Grundstück, dessen Garten bis an den Brandbach reicht, unweit des Äußeren Markts. Ein großer Teil der Bücher enthält Aufzeichnungen von August Nützel, Hoffmanns Urgroßonkel.
In feinsäuberlicher Handschrift notierte der Chronist, was sich in Neunkirchen zugetragen hatte, teils ergänzte er seine Texte mit Zeichnungen. Daneben liegt ein Selbstporträt. Es zeigt August Nützel im 47. Lebensjahr, eine Geige in der Hand. Musiker, Maler, Fotograf und Chronist: Der bekannte Neunkirchener war für Hoffmann nie nur ein Name im Stammbaum.
Seine Mutter erzählte ihm schon früh von dem vielseitigen Verwandten; Werke und Bilder waren in der Familie vorhanden. Nützel sei ein Freigeist gewesen, sagt Hoffmann, wohl ein Mensch der seiner Zeit voraus war und dadurch aneckte.
Schreinerei im Haus
Auch die Geschichte seines Großvaters und Urgroßvaters ist für Hoffmann mit einem konkreten Ort verbunden: der Schreinerei im Haus. Als kleiner Junge war es sein Lieblingsort. In den 1980er und 1990er Jahren lief gerade die beliebte Serie „Meister Eder und sein Pumuckl “. Für den Jungen verbanden sich die Werkstatt, der Geruch von Holz und die Welt des Schreinerhandwerks mit diesen Fernseherinnerungen.
Die Großeltern starben, bis Hoffmann sechs Jahre alt war. Umso wichtiger wurden die Erzählungen seiner Mutter Monika und die etlichen erhaltenen Zeugnisse. Als der Fränkische Tag über die Reihe „Abenteuer Ahnenforschung “ berichtete, meldete sich der 43-Jährige bei der Redaktion.