Bürger bekommen Geld zurück
Autor: Carmen Schwind
Ebermannstadt, Mittwoch, 20. April 2022
Gebühren Auch Ebermannstadter Einwohner erhalten einen Ausgleich für Beitragszahlungen zum Straßenausbau. Doch wie kann Straßenbau künftig finanziert werden? Eine Möglichkeit wäre die Erhöhung der Grund- oder der Gewerbesteuer.
Einige Grundbesitzer aus Ebermannstadts Innenstadt können sich freuen: Denn die bayerische Härtefallkommission für Straßenausbaubeiträge – kurz „Strabs“ genannt – hat im ersten Quartal 2022 bayernweit rund 20.000 Bescheide an Beitragszahler verschickt. Sie erhalten einen Ausgleich für getätigte Beitragszahlungen .
Insgesamt wurden 50 Millionen Euro verteilt, allerdings nur an Hauseigentümer, die mehr als 2000 Euro gezahlt hatten. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) äußert in einer Pressemitteilung, dass diese Beiträge aus seiner Sicht ungerecht waren und es ein langjähriges zähes Ringen zur Abschaffung der umstrittenen Ausbaubeiträge gegeben habe. Davon profitieren nun auch einige Eigentümer aus Ebermannstadt .
Die „Strabs“ waren zu Beginn des Jahres 2018 abgeschafft worden. Zuvor hatten Eigentümer der Ebermannstadter Innenstadt hohe Beiträge zahlen müssen. Ein solcher Innenstadt-Anwohner hat mehrere Anwesen und zahlte insgesamt etwa 20.000 Euro an Beiträgen. „Ich habe irgendwo gelesen, dass man da einen Härtefallantrag stellen kann. Den habe ich mir im Internet runtergeladen und dann ausgefüllt“, erzählt er. Er bekam circa 8000 Euro zurück.
Die Altstadtsanierung
„In den 90er Jahren hätte man die Altstadtsanierung nicht durchgebracht, wenn man den Leuten gesagt hätte, dass sie dafür zahlen müssen. Doch mal ehrlich, irgendwoher muss die Kohle doch kommen“, sagt er. Er finde es richtig, dass die „Strabs“ abgeschafft wurden, doch nun fragt er sich, woher die Kommunen das Geld nehmen wollen, um Straßenbaumaßnahmen zukünftig durchführen zu können. Weiter erzählt er, dass es damals nach der Einführung der „Strabs“ in Ebermannstadt viele Bewegungen dagegen gab. „Da hat sich die Politik unter Druck gesetzt gefühlt und Klientelpolitik betrieben. Ich glaube nicht, dass Aiwanger etwas gemacht hätte, wenn nicht die Wahl angestanden wäre“, meint der Anwohner.
Die Rechtsaufsicht