„Durch die Pandemie gab es für mich immer weniger Anlässe, das Haus zu verlassen. Ich habe richtig abgebaut und habe nun Angst vor Stürzen.“ Solche Sätze hören Kathrin Reif, die Leiterin des Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhauses, und Melanie Schneider vom neuen Katharinenspital von der älteren Generation immer häufiger. Deshalb haben sie an zwei Wochenenden acht Bewegungsbegleiterinnen ausgebildet. Fabiola Reges-Huber vermittelte die Übungen nach dem Otago-Programm zur Sturzvorbeugung und schärfte den Blick auf die häuslichen Stolperfallen.

Die Absolventen besuchen nun auf Wunsch Senioren zu Hause, um mit ihnen anhand von Übungen die Muskeln wieder zu trainieren, die Gangsicherheit zu erhöhen und somit die Sturzangst zu reduzieren. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass auch im Alter noch Erfolge erzielt werden können. Mit Hilfe von zehn Hausbesuchen und selbstständigem Üben zwischendurch soll das Ziel, sicherer zu laufen und sich zu trauen, auch alleine die Wohnung zu verlassen, erreicht werden.

Kathrin Lehmann, 60 Jahre, hat an dem Kurs teilgenommen und ist begeistert. Sie geht fest davon aus, dass die Senioren im Laufe der wöchentlichen Hausbesuche wieder viel selbstbewusster werden.

Die 23-jährige Kim Puchinger will die Senioren ermutigen, auch im höheren Alter noch zu üben, um die Selbstständigkeit zu erhöhen, und macht Mut : „Dann klappt es vielleicht wieder, alleine einkaufen zu gehen oder einen Seniorenkreis zu besuchen.“

Teilnehmerin Marlies Leyh, 68 Jahre, ist von der Methode fasziniert: „Die Übungen lassen sich ohne medizinische Geräte im Alltag integrieren. Bei vielen Übungen reicht schon ein Stuhl.“

Das Angebot richtet sich an Senioren in der Stadt Forchheim , die sich aktuell nicht trauen, alleine das Zuhause zu verlassen, die noch keinen Pflegegrad und keine deutlichen Einschränkungen bei den Alltagsaktivitäten haben, jedoch moderate Beeinträchtigungen der Standsicherheit oder Beeinträchtigungen beim Aufstehen.

Die geschulten Bewegungsbegleiterinnen bieten die Hausbesuche ehrenamtlich an und sind alle vollständig gegen Covid 19 geimpft . Ein kleiner Unkostenbeitrag wird erhoben.

Wer Interesse hat, kann sich an das Bürgerzentrum, Telefon 6155287, oder Katharinenspital, Ruf 9783775, wenden. red