Einstimmig hat der Sonderausschuss des Stadtrats beschlossen, Baiersdorf zum „Sicheren Hafen“ für Flüchtlinge zu erklären. Die Stadt bekundet darin ihre Solidarität mit Menschen auf der Flucht und erklärt ihre Bereitschaft, Flüchtlinge im Rahmen ihrer Möglichkeiten aufzunehmen.

Damit sei der Rat nach einer anregenden Diskussion, so Bürgermeisterin Eva Ehrhardt-Odörfer ( SPD ), einem Antrag des Vereins „Hand in Hand“ gefolgt. Der Verein ist seit 2015, als die ersten Flüchtlinge in der Stadt untergebracht wurden, für deren Integration aktiv. Als damals die NPD eine Kundgebung auf dem Rathausplatz veranstaltete, reagierten die Vereinsmitglieder und viele Baiersdorfer mit einer Demonstration zugunsten der Flüchtlinge . „Es gab nie Ressentiments bei uns“, betonte die Bürgermeisterin .

Bis heute arbeitet der Verein mit der städtischen Integrationshelferin Andrea Heinrich und dem Seniorenbeirat zusammen, um passende Hilfe zu leisten. Als Erfolg dürfen sie verbuchen, dass vier Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolviert haben und alle anderen, soweit es ihr Flüchtlingsstatus zulässt, eine dauerhafte Arbeitsstelle haben.

„Der einstimmige Beschluss hat mich persönlich sehr gefreut “, sagte Ehrhardt-Odörfer über das Ergebnis. Nun sei es an der Zeit, den Beschluss mit Leben zu füllen. Sie denkt dabei an einen Runden Tisch beispielsweise für das Finden von Wohnmöglichkeiten.

Den Hygieneregeln in der Corona-Krise geschuldet, tagt der Sonderausschuss möglichst kurz. Dennoch vergab er den Auftrag, die Masten der Straßenbeleuchtung im Stadtteil Hagenau zu erneuern, in Höhe von fast 95 000 Euro. Der Austausch ist notwendig, weil die Masten schon älter sind und ihre Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet ist.