Die Stadt fahrradfreundlicher machen? Das wäre schon was. Mit der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) soll das schneller gehen, denn sie will die Mobilitätswende in Baiersdorf beschleunigen. Wenn das Radfahren in der Stadt attraktiv werden und die Mobilitätswende gelingen soll, müssen die sicheren Wege für Zweiräder möglichst rasch ausgewiesen und Gefahrenpunkte entschärft werden. Dazu stellte die „Koordinierungsgruppe Radverkehr “ eine Liste mit Maßnahmen als Beschlussvorlage bei der Stadtratssitzung dem Gremium vor.

Wo der Schuh drückt

Sämtliche neun Maßnahmen, sagte Sprecher Bernd Langhans von der Koordinierungsgruppe Radverkehr , seien intensiv diskutiert und in zwei Beschlussvorschlägen gebündelt worden. „Die Situation beim Kreisverkehr in der Hut ist sehr unbefriedigend“, berichtete Langhans. Hier wird vorgeschlagen, den Radfahrern und Fußgängern den Vorrang bei der Querung einzuräumen.

Erheblichen Verbesserungs- und Änderungsbedarf sieht die Gruppe vor allem beim Radweg Igelsdorfer/Poxdorfer Straße, der dort dem Straßenverlauf angeglichen werden sollte. Bemängelt wird ebenfalls die übermäßige Beschilderung im Landkreis. Hierzu wurde allen Gemeinden ein Plan zur Verfügung gestellt, wie und wo Schilder aufgestellt werden müssten.

Zu den Beschlussanträgen führte Langhans aus, dass die Anträge für eine Südquerung zwischen Altstadt und neuem Schulzentrum sowie einer Ost-West-Verbindung priorisiert werden sollten, damit die Fördermittel ausgeschöpft werden können, da diese zeitlich begrenzt seien.

Alexander Roll ( Bündnis 90/Die Grünen ) forderte, die vorgestellten Maßnahmen zeitnah umzusetzen und den Beschlussvorschlägen für die zwei Brücken zuzustimmen. Es gehe hier auch um die Lebensqualität in Baiersdorf .

Dorothea Neubauer ( CSU ) erinnerte daran, dass ein von der CSU ausgearbeitetes Schreiben für den Bau einer Rad-Fußgänger-Brücke beim Landratsamt vorliege. Die Gruppe hatte die Aufgabe zu prüfen, wo man den Radverkehr vom Autoverkehr trennen kann.

Erheblichen Diskussionsbedarf hatte das Gremium beim Haushaltsansatz für Radverkehrsinvestitionen in Höhe von 240 000 Euro für das Jahr 2022. Hier sind einige Räte der Auffassung, dass dafür in den vergangenen Jahren zu wenig Mittel bereitgestellt worden seien. Zweite Bürgermeisterin Eva Erhardt-Odörfer ( SPD ) erinnerte daran, dass die Haushaltslage angespannt sei und man die kommenden Beratungen zum Haushalt 2022 abwarten sollte.

Geschäftsleiter Hutzler erklärte hierzu, dass in den Radverkehr in den letzten Jahren schon viel investiert worden sei und dies auch in den nächsten Jahren geschehen werde.

Der Stadtrat stimmte der vorgelegten Prioritätenliste grundsätzlich zu und beauftragte die Verwaltung, diese der AGFK zu übersenden und soweit möglich umzusetzen. Ferner beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die Maßnahme „Neue Rad- und Fußgängerbrücke südlich des Bahnhofs “ bezüglich der Fördermöglichkeiten zu prüfen. Das Gremium stimmte dem bei zwei Gegenstimmen zu.

Auch die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Südquerung sowie eine Nordquerung zur Anbindung des Einzelhandels an den Ortsteil Hagenau sowie die Gemeinde Poxdorf stand auf der Tagesordnung. „Querungen sind wichtig“, sagte Neubauer, dennoch sollte man sich nichts vormachen, dass die Überquerung der Bahntrasse mit einem Brückenbauwerk eine aufwendige und komplexe Maßnahme ist, die ohne staatliche Förderung kaum umsetzbar sei. Da auch Poxdorf in der Vergangenheit immer wieder Interesse an einer Brückenquerung bekundet habe und die Poxdorfer Flur direkt an die Bahnlinie angrenze, wäre es hilfreich, mit Poxdorf ins Gespräch zu kommen und auszuloten, ob sich die Gemeinde an den Kosten beteiligt. Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote für eine Machbarkeitsstudie einzuholen und bei der Gemeinde Poxdorf abzuklären, ob Interesse an der Nordquerung besteht.