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Bahnübergang wird per Hand gesichert


Autor: Fränkischer Tag

, Freitag, 16. Oktober 2026

In Igensdorf fällt nicht die Schranke, sondern Absperrbänder werden gezogen – Warum das Kuriosum bleiben wird
Diese Situation ist derzeit stündlich in Igensdorf zu erleben. Bahnpersonal sichert den Bahnübergang mit Absperrbändern über die Straße. Petra Malbrich


Die nächste Stunde Wartezeit ist vorbei. Die Gräfenbergbahn rollt in Kürze am Igensdorfer Bahnhof ein. Doch dort gibt es seit Wochen keine Bahnschranke mehr, und das ist der Grund, warum zwei Männer im Auto warten – Stunde für Stunde, bis der Fahrdienstleiter die Meldung zur Bahnübergangssicherung durchgibt.

Ohne Sicherung würde es wohl Chaos geben, zumindest wäre eine Unfallgefahr gegeben. „Hier ist es ohne Sicherung durch den toten Winkel zu gefährlich“, sagt einer der beiden Männer und zeigt auf die Autos, die vom Rathaus oder Edeka-Markt aus kommend. Im Sichtfenster der Autofahrer befindet sich ein großer Kasten, direkt neben den Schienen.

Verkehrspyramiden

Noch steht dort auf jeder Seite des Bahnübergangs eine Verkehrspyramide in Warnfarben, genau dort, wo sonst die Schranke wäre. „Halt“ steht auf dem weißen Pyramidengrund. An der Pyramide ist ein sehr langes und stabiles Flatterband in den Signalfarben befestigt. Die beiden Männer sind nun am Bahnübergang . Jeder nimmt eine Pyramide und geht auf die andere Straßenseite. Somit wird das Band gespannt, das die Autofahrer auf beiden Seiten des Bahnübergangs zum Anhalten auffordert, denn der Zug fährt in den Bahnhof ein.

So skurril die Situation auf den ersten Blick auch wirkt: „Eine vorübergehende Sicherung mit Personal vor Ort, den Bahnübergangsposten, ist nicht ungewöhnlich, sondern kommt bundesweit in Einzelfällen vor, etwa, wenn die Bahnübergangstechnik defekt ist und repariert werden muss“, erläutert eine Sprecherin der Bahn. Hierfür gebe es klare Regelungen, und die eingesetzten Mitarbeiter seien entsprechend ausgebildet.

Ein technischer Defekt am 12. September ist der Grund, diese Maßnahmen zu treffen. Durch diesen Defekt war am Bahnübergang die Ansteuerung der Lichtsignale für den Straßenverkehr gestört. „Die Ampel stand für Straßenverkehrsteilnehmer teils dauerhaft auf Rot“, sagt die Sprecherin der DB. Einen Verkehrsunfall habe es nicht gegeben.

„Eine Reparatur der Anlage ist leider nicht möglich. Notwendige Ersatzteile für die vor Ort verbaute Technik sind auf dem Markt nicht mehr verfügbar“, erklärt die Bahnsprecherin.

Grundsätzlich müssen defekte Ampeln und Sicherungsanlagen für Verkehrsteilnehmer erkennbar außer Betrieb gesetzt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. „Im Fall des Bahnübergangs bedeutet das, dass die Schranken abgebaut und die Lichtzeichen abgedeckt werden“, informiert die Sprecherin.

Tatsächlich sind in Igensdorf an der B 2 die Ampeln dick umwickelt. „Der Bahnübergangsposten vor Ort wird dabei vorab über jeden herannahenden Zug benachrichtigt und bestätigt im Nachgang jede einzelne abgeschlossene Durchfahrt. Es verkehrt in der Regel ein Zug pro Stunde pro Richtung. Eine zusätzliche Sicherung durch den Triebfahrzeugführer ist nicht notwendig“, erklärt die Sprecherin.

Mit Hochdruck arbeite die DB Infra-Go an einer Lösung. „Aktuell wird ein Abstimmungstermin zwischen der DB und den zuständigen Behörden vorbereitet, in dem die künftige Ausgestaltung des Bahnübergangs erörtert wird“, sagt die Sprecherin. Wann das sein wird, ist nicht bekannt. Ein Gespräch mit allen Beteiligten – das wären hier der Bund, die Bahn und die Gemeinde – werde gerade vorbereitet.

Künftig eine Brücke?

Welche Lösungen könnten möglich sein? Die Varianten würden von der Auflassung des Bahnübergangs , einer neuen, dann aber maßgeschneiderten Bahnschranke bis hin zu einer Brücke reichen. Welche wird die passende und bezahlbare Lösung ist, wird dann entschieden werden müssen.

„Grundsätzlich hängt die Sicherung eines Bahnübergangs unter anderem von der Art der Bahnstrecke, ob Hauptbahn oder Nebenbahn, der Geschwindigkeit des Zuges sowie der Verkehrsstärke auf der kreuzenden Straße ab“, informiert die Bahnsprecherin.