Druckartikel: Stellplatznetzwerk für Fränkische Schweiz:

Stellplatznetzwerk für Fränkische Schweiz:


Autor: Fränkischer Tag

, Donnerstag, 20. August 2026

Waischenfeld wird zum Herzstück für Wohnmobilisten – Die ganze Fränkische Schweiz soll profitieren
Der Stellplatz bei der Burg Waischenfeld ist für Wohnmobile geeignet.Karl Serwotka


Die Fränkische Schweiz geht neue Wege im Tourismus und setzt ab sofort auf ein maßgeschneidertes Angebot für mobile Urlauber. Mit einem Festakt auf der historischen Burg Waischenfeld wurde das neue Stellplatznetzwerk Fränkische Schweiz offiziell ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, Wildcamping effektiv einzudämmen und gleichzeitig hochwertige, legale Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobile in der gesamten Region zu schaffen. Das Projekt gilt als Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit. Insgesamt 35 Gemeinden haben sich dafür zusammengeschlossen.

Das Netzwerk bündelt ab sofort einheitlich ausgeschilderte und modern ausgestattete Wohnmobilstellplätze in der gesamten Fränkischen Schweiz. Unterstützt und koordiniert wird die Initiative von einem breiten Bündnis regionaler Partner: Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) Fränkische Schweiz aktiv, ILE Fränkische Schweiz–Rund um die Neubürg, ILE Wirtschaftsband A9–Fränkische Schweiz, Tourismuszentrale Fränkische Schweiz und Naturpark Fränkische Schweiz/Frankenjura. Der Bayreuther Landrat Florian Wiedemann (FW) sprach vor den geladenen Gästen von einem Meilenstein für den regionalen Tourismus. „Mit einem fahrenden Zuhause unterwegs zu sein ist inzwischen für viele der Inbegriff der Freiheit, der besonders in den Corona-Jahren stark Fahrt aufgenommen hat“, sagte Wiedemann.

Umso wichtiger sei nun eine klare Besucherlenkung und die passende Infrastruktur vor Ort. Der Gast von heute wolle genau wissen, wo er sich mit seinem Reisemobil legal hinstellen kann und welcher Komfort ihn erwartet – von Duschen über moderne Ver- und Entsorgungsstationen bis hin zu den Freizeitangeboten vor Ort. „Sehenswürdigkeiten haben wir zuhauf“, betonte der Landrat mit Blick auf das touristische Potenzial. Der große Wurf für das Projekt gelang bereits 2023.

asdasd

Dank Fördermittel über das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken konnte mit Nicole Marquis eine eigene Projektmanagerin eingestellt werden. Ein Schritt, den die ILE-Managerin Corinna Brauer als „wahren Glücksfall“ bezeichnete. Auch finanziell gab es am Rande der Auftaktveranstaltung hervorragende Nachrichten für die beteiligten Kommunen. Thomas Müller vom ALE gab auf Nachfrage bekannt, dass die Förderperiode für das einzigartige Projekt noch um ein Jahr verlängert wird.

Der Freistaat Bayern unterstützt die Initiative mit insgesamt 140.000 Euro, was einer Förderquote von satten 75 Prozent entspricht. Den verbleibenden Eigenanteil teilen sich die teilnehmenden Kommunen auf. Dem Amt für ländliche Entwicklung sei bewusst, dass der Tourismus von zentraler Bedeutung für die gesamte Fränkische Schweiz sei. Die Bedingung für die erneute Finanzspritze sei jedoch die Nachhaltigkeit des Netzwerks. Davon ist Müller, Leiter für Land- und Dorfentwicklung, fest überzeugt.

Geschäfte und Gastronomie profitiert

Ein Garant für den Erfolg sei auch der neue Forchheimer Landrat Hanngörg Zimmermann (FW), den Müller als einen der entscheidenden Motoren des Projekts von der ersten Stunde an lobte. Stand 2024 gab es rund eine Million Wohnmobilbesitzer in Deutschland. Und es werden ständig mehr. Pro Tag gibt jeder Wohnmobilist etwa 50 Euro in der Region aus.

„Das stärkt die lokale Wirtschaft. Wohnmobilsten sind gut situierte Menschen, die Geld haben“, erklärte Zimmermann. Er rechnete vor: Bei bisher 91 geschaffenen Wohnmobilstellplätzen in der gesamten Region sei das für die Geschäfte und Gastronomiebetriebe eine Wertschöpfung von über 600.000 Euro im Jahr, die in der Region bleibe. Nicht mitgerechnet sind die Einnahmen der Kommunen für die Stellplatzmiete. Gleichzeitig nutzte Müller die Bühne für einen wichtigen Appell an die Kommunalpolitik: Er rief die Landräte und Bürgermeister eindringlich dazu auf, sich auch in Zukunft für solche Fördermittel einzusetzen.

Wohnmobile: Fränkische Schweiz zeigt sich als Gastgeber 

„Denn wir können als ALE nur das Geld verteilen, das wir auch bekommen“, sagte Müller. Das Ergebnis in der Fränkischen Schweiz bezeichnete er als klassische Win-Win-Situation, von der Touristen wie auch Einheimische gleichermaßen profitieren würden. Mit dem neuen Netzwerk präsentiere sich die Fränkische Schweiz nun als moderner, gastfreundlicher und als top organisierter Gastgeber für die wachsende Reisemobil-Community.