Auftakt der Sommerkirche in Pinzberg ist musikalischer Hoffnungsstrahl

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Der Organist und Kulturpreisträger Georg Schäffner (l.) und Bariton Jürgen Eichenlaub boten exzellente Musik.
Der Organist und Kulturpreisträger Georg Schäffner (l.) und Bariton Jürgen Eichenlaub boten exzellente Musik.
Liane Eichenlaub

Wenn die Sonnenstrahlen des Monats Mai das Ehrenbürg-Massiv in goldenes Licht tauchen, findet in der Pfarrkirche St. Nikolaus Pinzberg traditionell ein ganz besonderes Ereignis statt. Die beliebte Reihe „Sommerkirche rund ums Walberla“ startete mit einem Konzert, das unter dem tiefgründigen Motto „Mit Musik in den Sommer“ stand.

In einer Zeit, die von weltweiten Krisen, Kriegen und sozialen Nöten geprägt ist, wollten die Organisatoren, Pfarrer Michael Gehret und Helmut Pfefferle, ein Zeichen für Hoffnung und Zuversicht setzen. Die voll besetzten Kirchenbänke zeigten deutlich, wie groß die Sehnsucht der Menschen nach einem Moment des Innehaltens und der geistlichen Stärkung ist. Bevor die ersten Töne erklangen, zogen die Initiatoren eine beeindruckende Bilanz des vergangenen Jahres: Dank der großzügigen Spendenbereitschaft der Besucher konnten jeweils 1250 Euro an den Christlichen Palliativ- und Hospizdienst Bamberg-Forchheim sowie an die Kinderklinik der Uni Erlangen (Professorin Regine Trollmann) übergeben werden. Auch in diesem Jahr fließen alle freiwilligen Gaben wieder ohne Abzug in regionale soziale Projekte.

Klassik und Moderne

Das musikalische Programm bot ein breites Spektrum, das von der majestätischen „Toccata und Fuge d-Moll“ von Bach bis hin zu modernen Klassikern reichte. An der renovierten Pinzberger Orgel glänzte Georg Schäffner. Der Kulturpreisträger des Landkreises Forchheim und Initiator der Gößweinsteiner Basilika-Konzerte bewies seine internationale Klasse, die ihn bereits bis nach Kanada führte. In feinfühligem Einklang dazu stand die Stimme des Baritons Jürgen Eichenlaub aus Neunkirchen am Brand. Sein Repertoire spannte den Bogen von klassischen Werken wie César Francks „Panis angelicus“ bis hin zu modernen Hymnen wie Leonard Cohens „Hallelujah“ oder dem kraftvollen „Jerusalem“. Besonders berührte die Zuhörer die Harmonie zwischen seinem Sologesang und dem warmen Klang der Orgelpfeifen.

Worte, die das Herz erreichen

Zwischen den musikalischen Darbietungen führte Helmut Pfefferle mit ausgewählten Texten durch den Abend. Besonders die Zeilen von Reinhard Mey („Hoffnung auf den Mauern meiner Zeit“) hallten im Kirchenschiff nach und unterstrichen das Ziel des Abends: Kraft zu schöpfen für die Herausforderungen der Gegenwart.

Dass beide Künstler an diesem Abend ohne Gage auftraten, unterstrich den gemeinschaftlichen Geist der „Sommerkirche“. Es war ein Abend der Heimatverbundenheit, der exzellenten Musik und tiefen Menschlichkeit.