Im Pflegezentrum in Ebermannstadt steht ein Wechsel der Heimleitung an: Lydia Kropfelder übergibt die Leitung an ihre bisherige Stellvertreterin Andrea Schlegel. Im Haus leben 60 pflegebedürftige Senioren. Die Pflegezentrum gGmbH mit Sven Oelkers als Geschäftsführer ist eine hundertprozentige Tochter des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz.

Seit 21 Jahren ist Lydia Kropfelder für die Klinik Fränkische Schweiz und seit 2019 für das fusionierte Klinikum am Standort Ebermannstadt tätig. Die gelernte Einzelhandelskauffrau absolvierte eine Ausbildung als Altenpflegerin. 2005 wechselte sie von der Privatstation der Klinik in das neu eröffnete Pflegezentrum.

Von 32 auf 68 erhöht

Zu Beginn waren laut Pressemitteilung des Klinikums nur 32 Plätze in der unteren Abteilung im rechten Gebäudeflügel des Klinikums in Ebermannstadt im ersten Obergeschoss des Hauses „Walberla“ geplant. Es wurde auch eine Tagespflege angeboten, die sich aber nicht wirtschaftlich betreiben ließ. Aufgrund der großen Nachfrage wurde 2009 durch die Erweiterung auf den zweiten Stock das Angebot auf 68 Plätze erhöht.

Durch Gesetzesänderungen und eine größere Nachfrage nach Einzelzimmern musste erneut mit den Pflegekassen verhandelt werden und man einigte sich auf 60 Betten.

Lydia Kropfelder wurde Wohnbereichsleiterin, übernahm die Pflegedienstleitung und schloss eine Weiterbildung als Betriebswirtin für Sozialwesen ab. Seit 2011 ist sie die Heimleiterin des Pflegezentrums und übergibt die Leitung zum 1. April an Andrea Schlegel, die bis dato die Stellvertretung innehatte. Zum Pflegezentrum mit 44 Mitarbeitern im stationären Bereich gehören auch der ambulante Pflegedienst mit 14 Mitarbeitern und der Service „Essen auf Rädern“.

Lydia Kropfelder resümiert: „Ich bin stolz darauf, wie gut sich das Pflegezentrum entwickelt hat, denn wir haben eigentlich bei null angefangen, zuerst mit 32 Betten, jetzt mit 60. Das Pflegezentrum schreibt schwarze Zahlen.“ Ihre Grundeinstellung, dass sich der Betrieb eines Pflegeheimes auch rechnen müsse, hat sie als Tochter einer Kaufmannsfamilie, die mit Textilien handelt, sozusagen in die Wiege gelegt bekommen: „Man steckt in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite sind die Pflegesatzverhandlungen, von denen abhängt, wie viel Geld das Pflegezentrum seinen Bewohnern beziehungsweise den Kostenträgern in Rechnung stellen darf. Auf der anderen Seite sollen die Löhne der Mitarbeiter laut Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes steigen. Das muss auch finanziert werden und irgendwoher kommen. Es ist schwierig, wenn man daran denkt, dass die Rente der älteren Menschen nicht für die Pflegekosten ausreicht.“

Pflegereform in Kraft

Die Pflegereform , die am 1. Januar in Kraft trat, sieht eine finanzielle Entlastung für die Bewohner vor. Geschäftsführer Sven Oelkers würdigt das Geleistete: „Lydia Kropfelder hat in Eigeninitiative das Pflegezentrum kontinuierlich aufgebaut und die richtigen Entscheidungen getroffen. Sie übergibt ein wettbewerbsfähiges Haus.“

„Ein großes Erbe trete ich an“, sagt Andrea Schlegel, die gerade ihre Weiterbildung zur Einrichtungsleiterin erfolgreich beendet hat. Sie erwartet: „Eine große Herausforderung wird für mich sein, aufgrund des stetig wachsenden Mangels neue Fachkräfte zu gewinnen und das bestehende Team so zu führen, dass wir als attraktiver Arbeitgeber am Markt bestehen können.“ red