Als Bieberbach Biberbach hieß
Autor: Reinhard Löwisch
Bieberbach, Mittwoch, 26. Januar 2022
geschichte Karl Körber hat eine Chronik seines Heimatortes veröffentlicht, der vor 650 Jahren das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. In alten Urkunden besteht aber Verwechslungsgefahr mit Beerbach und Bitterbach.
Seit 650 Jahren bereits gibt es den Ortsnamen Bieberbach . Ein Grund für Karl Körber , seine gesammelten Daten in einer Chronik des Ortes zu veröffentlichen, um auf die umfangreiche und reichhaltige Historie des kleinen Ortes aufmerksam zu machen.
Erstaunlich, was Karl Körber im Laufe der Jahre alles über seinen Geburts- und Wohnort ausfindig gemacht hat. Erstaunlich auch deshalb, weil Bieberbach – der Ort wurde bis in die 50er Jahre ohne das erste E geschrieben – einerseits „nur“ ein Rittergut war, also nicht mal eine eigene Dorfgerechtigkeit hatte. Andererseits konnte Körber nachweisen, dass es noch zehn weitere Biberbach gibt, was zusammengenommen die Suche nach alten Quellen naturgemäß extrem erschwert.
Damals im Mittelalter war es nicht üblich, mit Postleitzahlen zu hantieren; man nahm den Namen des Besitzers für den Ort oder seiner Eigentümer, was auch immer noch sehr ungenau war. So dachte Körber beispielsweise lange Zeit, dass die älteste Erwähnung in einer Schenkungsurkunde König Heinrichs VII. an das Kloster St. Ägidien in Nürnberg ist.
Im Ortsnamenbuch
Joseph Pfanner schreibt jedoch im Ortsnamenbuch des alten Landkreises Pegnitz, dass mit den dort genannten Biberbach das heutige Beerbach im Landkreis Nürnberger Land gemeint sei. Dies zweifelt jedoch Professor Peter Fleischmann (Lehrstuhl für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte der Uni Erlangen) an: Er meint, die Urkunde beziehe sich auf Bitterbach bei Lauf. Beide Fachleute sind sich jedoch einig, dass das Biberbach in der Schenkungsurkunde von 1225 nicht das Bieberbach bei Egloffstein ist. Die Ersterwähnung Biberbachs datiert Josef Pfanner ins Jahr 1372 in Zusammenhang mit der Stiftung einer ewigen Messe in Wichsenstein. Auch Hellmut Kunstmann bekräftigt die Stiftung in seinem Burgenbuch: „Am 11. 10. 1372 bestätigte Bischof Ludwig von Bamberg die Stiftung einer ewigen Messe in der Kapelle der Burg zu Wichsenstein.“ Somit könnte der kleine Ort Bieberbach , der heutzutage eher bekannt ist unter dem Namen des größten Osterbrunnens der Welt, ein rundes Jubiläum feiern: den 650. Jahrestag der ersten urkundlich nachweisbaren Ortsnennung.
Großbrand von 1812