Die Bayerische Staatsregierung hat im vergangenen Jahr ihr Landesentwicklungsprogramm (LEP) fortgeschrieben. Die wichtigste Botschaft für Forchheim: Die Stadt wird von einem Mittel- zu einem Oberzentrum aufgewertet.
Vorteil der Einstufung als "Oberzentrum" ist, dass es dadurch ein Mehr an Möglichkeiten der Entfaltung - beispielsweise in Richtung der Einrichtung von Fachhochschulen oder sogar Universitäten sowie Spezialkliniken - in Konkurrenzsituationen gibt. Das LEP war am Dienstag allerdings wieder Thema im Forchheimer Planungs- und Umweltausschuss. Denn der bayerische Landtag hat dem neuen LEP am 9. November zugestimmt, dem Entwurf allerdings weitere Maßgaben hinzugefügt. Die Stadtverwaltung hat wegen der Änderungen bei der oberfränkischen Regierung nachgefragt, ob nun der frühere LEP-Entwurf rechtskräftig ist, sprich ob Forchheim offiziell als Oberzentrum gilt.
Die Antwort: Das fortgeschriebene LEP tritt im Februar 2018 in Kraft. Laut Stadtplaner Rene Franz könne sich Forchheim "daher jetzt als Oberzentrum fühlen", mit der kommenden Veröffentlichung der Verordnung bestehe dann Rechtskraft. Die Einstufung ist nicht Teil der neuen Maßgaben.
Im Wesentlichen gibt es drei neue Punkte: Nach Grund-, Mittel- und Oberzentren und Metropolen werden auch Regionalzentren (Ingolstadt, Regensburg und Würzburg) ausgewiesen. Sie haben deutlich überregionalere Bedeutung als Oberzentren, erreichen aber nicht den Status eine Metropole.
Im LEP wird zudem das Ziel festgeschrieben, die Zersiedlung von Orten zu vermeiden: Neue Siedlungen sollen möglichst an geeignete Einheiten anzuschließen. Die Lockerung beim Anbindegebot im bisherigen Entwurf hatten Verbände und Parteien kritisiert. Außerdem wird der Begriff "Einzelhandelsgroßprojekt" gemäß der Baunutzungsverordnung definiert.
Die Stadt Forchheim kann wie alle bayerischen Gemeinden bis zum 22. Dezember Stellung zu den Änderungen nehmen. Franz findet, der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes im LEP habe durch die Neuerungen an Wert gewonnen. Wichtig sei, dass die Hochstufung Forchheims als Oberzentrum nicht infrage gestellt wird.