FDP-Stadtrat Martin Pöhner lehnt den Vorstoß von OB Andreas Starke (SPD) strikt ab, 175 000 Euro im städtischen Haushalt 2018 für eine Studie zum Neubau einer Multifunktionsarena auszugeben. "Die bestehende städtische Arena mit rund 6 200 Plätzen an der Forchheimer Straße ist für Bamberg völlig ausreichend. Zudem hat sie den Vorteil, dass sie mit einer schwarzen Null betrieben werden kann, also kein laufendes Defizit aufweist", wird Pöhner in einer Pressemitteilung zitert.
Pöhner kündigt an, dass er auf jeden Fall bei den Haushaltsberatungen im Dezember gegen den städtischen Zuschuss für eine Neubaustudie stimmen wird. Das Geld, das derzeit für die Untersuchung vorgesehen ist, will die FDP in einen weiteren Ausbau der Kinderkrippenplätze stecken. Krippenplätze für Familien seien wichtiger als Zuschüsse für den Profisport, stellt Pöhner fest "Wenn Michael Stoschek als Sponsor des Brose-Bamberg-Basketballteams den Neubau einer 55 Millionen Euro teuren neuen Halle mit 10 000 Plätzen anstrebt, dann ist das seine Sache. Aber eine Beteiligung der Stadt an den Kosten für eine solche neue Halle wäre absolut unverantwortlich", erklärt Martin Pöhner.


Millionenteure Pflichtaufgaben

Bamberg könne seit mehreren Jahren gerade mal so seine Pflichtaufgaben erfüllen. In den nächsten Jahren müssten der Ausbau der Kindergarten- und Kinderkrippenplätze, die Sanierung der Schulen, die Sanierung der Sportanlagen für den Breitensport und die Bereitstellung zusätzlicher Sozialwohnungen auf Priorität 1 stehen. Angesichts dieser millionenschweren Herausforderungen bleibe kein Cent für den Neubau einer Basketballhalle für den Profisport übrig. "Ich finde, man muss das ehrlich aussprechen und darf den Bürgerinnen und Bürgern nicht wie ein Populist vorgaukeln, alle Wünsche wären einfach so finanzierbar. Ich halte diese Politik in Sachen Hallenneubau von CSU und SPD in Bamberg nicht für angemessen", meint der FDP-Stadtrat, der auch FDP-Ortsvorsitzender in Bamberg ist.
Pöhner kritisiert zudem, dass mit der paritätischen Finanzierung der Hallenstudie aus öffentlichen Geldern und Sponsorengeldern offenkundig auch das Finanzierungsmodell eines Hallenneubaus vorgezeichnet werden soll: "Halb Stadt, halb Sponsoren, so wie das in vielen anderen Städten in der Vergangenheit oft gemacht wurde. Das wäre für Bamberg aber eine Katastrophe. Das würde zu einer Verdopplung des städtischen Schuldenstandes führen. Hinzu kämen enorm hohe Defizite im laufenden Betrieb, die die Stadt jährlich ausgleichen müsste. Denn eine Auslastung der größeren Halle wäre nur an ganz wenigen Tagen im Jahr realistisch. red