Außergewöhnlich kurz war die Aussprache des Ferienausschusses (statt des Stadtrats) in Baiersdorf über den Haushalt 2020. Denn einhellig waren die Mitglieder der Meinung, der Etat werde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie "bald Makulatur" (Geschäftsleiter Klaus Hutzler) sein. Der Verwaltungshaushalt umfasst 17,4 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt, also die Investitionsseite, neun Millionen Euro.

Dennoch handelt es sich um ein solides Zahlenwerk, das Kämmerer Hans Hofmann vorlegte. Schon im Dezember wurde es im Finanzausschuss eingehend besprochen. Damals wurden die Kosten für zwei neue Kindergartengruppen (Blumenstraße und Seligmannstraße) aufgenommen. Es handelt sich um Umbaukosten und die der Personalaufstockung. Deshalb steigen die Personalkosten im Ganzen um zwölf Prozent auf 5,1 Millionen Euro.

Verschoben ins Jahr 2021 wurde der Posten neues Feuerwehrfahrzeug, weil es erst dann fertiggestellt sein wird.

Einkalkuliert war ein leichter Rückgang der Gewerbesteuer. Hier erwartet der Kämmerer nun stärkere Abweichungen nach unten, denn es liegen in der Verwaltung schon etliche Stundungsanträge von Gewerbetreibenden vor. Geschäftsleiter Klaus Hutzler ist aber relativ optimistisch, sind doch die Hauptzahler in der Stadt weitgehend im Lebensmittelbereich tätig.

Ein Nachtragshaushalt wird seiner Auffassung unumgänglich werden, träfe seine Vorhersage von einem Steuerminus von zwei Millionen Euro zu. Eine solche Summe könne seiner Meinung nach nicht mehr innerhalb des vorliegenden Haushalts abgefedert werden. Denn der Kredittilgung von 676 000 Euro steht im beschlossenen Haushalt eine Neuverschuldung von 693 000 Euro gegenüber.

Der Ferienausschuss beschloss gleichwohl eine "Sparliste". Auf ihr landeten alle Maßnahmen, für die noch keine Aufträge vergeben sind. Sie sollen - wenn möglich - so weit zurückgestellt werden, bis die Einnahmesituation sich besser absehen lässt, sowohl was die Steuerzahlungen angeht als auch mögliche Erlöse aus Grundstücksverkäufen. Hier hat Kämmerer Hofmann 4,5 Millionen Euro Einnahmen angesetzt und gleichzeitig 2,7 Millionen an Ausgaben. Im Wesentlichen handelt es sich um die gelenkte Ansiedlungspolitik für die zwei Gewerbegebiete in den Münchswiesen.

"Nicht betroffen sind die Baumaßnahmen in der Hauptstraße und für den neuen Kindergarten am Birkenweg in Igelsdorf", betonte der Geschäftsleiter. Hier sind die Aufträge schon in zurückliegenden Sitzungen vergeben worden.