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Es geht um 30 Stellen


Autor: Redaktion

Memmelsdorf, Mittwoch, 02. Oktober 2019

Der Personalabbau bei der Firma Rösler in Memmelsdorf ist offensichtlich nicht so umfangreich, wie zunächst verkündet worden ist.


Der angekündigte Personalabbau bei der Firma Rösler Oberflächentechnik GmbH wird offenbar geringer ausfallen, als das Unternehmen zunächst bestätigt hatte.

Die Firma in Memmelsdorf will, wie kürzlich gemeldet, eine strategische Neuausrichtung des Geschäftsfeldes "Strahltechnik" vornehmen, um die langfristige Wirtschaftlichkeit des Bereiches zu sichern und um den momentan schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Diese neue Marktbearbeitungsstrategie führt zu einer Reduzierung der Kapazitäten und somit zu einem verringerten Personalbedarf.

In dem Zusammenhang legt die Geschäftsführung nach eigenen Angaben "höchsten Wert" darauf, dass "der Personalabbau so gering wie möglich und in unausweichlichen Fällen absolut sozialverträglich abläuft". Entgegen der ursprünglichen Meldung von bis zu 100 zu entlassenden Mitarbeitern sei die Zahl deutlich auf unter 30 reduziert worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "Als geschäftsführender Gesellschafter muss ich immer das Gesamtwohl des Unternehmens und der Belegschaft im Auge haben. Mein Ziel ist es immer, die Basis für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft für uns alle zu schaffen. Leider gibt es immer Entwicklungen, auf die wir keinen direkten Einfluss haben, aber dennoch reagieren müssen. Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung bewusst und hatten deshalb das Ziel, so wenig Mitarbeiter wie möglich entlassen zu müssen", so Stephan Rösler, Geschäftsführender Gesellschafter.

Verschiedene Maßnahmen haben laut Firma zur "deutlichen Reduzierung der Zahl der zu entlassenden Mitarbeiter" geführt. Zum einen werden ohnehin befristete Verträge nicht verlängert, zum anderen werden Mitarbeiter, die nahe dem gesetzlichen Renteneintrittsalter sind, "attraktive Vorruhestandsregelungen" geboten. Die frei werdenden Stellen werden laut Rösler intern besetzt. Aufgrund der nachhaltigen, strategischen Ausrichtung des Unternehmens konnten darüber hinaus Mitarbeiter in den zukunftsträchtigen Tätigkeitsfeldern AM Solutions (Nachbearbeitung 3D-gedruckter Bauteile) und Digitalisierung integriert werden.

Auch ins Geschäftsfeld Gleitschlifftechnik werden einige Mitarbeiter wechseln. "Der Geschäftsbereich der Gleitschlifftechnik bleibt von der Neuausrichtung der Strahltechnik unberührt", hatte das Unternehmen schon Mitte September mitgeteilt.

"Mit Betroffenheit" nahm der DGB-Kreisverband Haßberge die Pläne der Firma Rösler zur Kenntnis, wonach Beschäftigte "auf die Straße" gesetzt werden sollen. Allerdings geht die Gewerkschaft in ihrer ebenfalls am Mittwoch verbreiteten Stellungnahme noch von 100 Personen aus, die gehen sollen. "Einmal mehr zeigt sich, dass selbst gute Auftragslagen keine Jobgarantie mehr darstellen", meint Sandy Koppitz, der Vorsitzende des Kreisverbandes.

Seiner Ansicht nach zeigt sich bei Rösler, dass es ohne gewerkschaftliche Organisation im Betrieb "nicht gerecht zugeht. Wenn es hart auf hart kommt, ziehen die Beschäftigten ohne Gewerkschaft fast immer den Kürzeren." Er fordert eine gewerkschaftliche Organisation, einen "akzeptablen Sozialplan " und bekundet Solidarität. ks