Wer in der Kronacher Innenstadt arbeitet, hat ein Problem. Zumindest, wenn er nicht Punkt 8 Uhr beginnt. Denn nur eine Stunde später sind alle kostenlosen Parkplätze besetzt - auch die vielen Stellplä...
Wer in der Kronacher Innenstadt arbeitet, hat ein Problem. Zumindest, wenn er nicht Punkt 8 Uhr beginnt. Denn nur eine Stunde später sind alle kostenlosen Parkplätze besetzt - auch die vielen Stellplätze gegenüber der Filmburg. Natürlich ist der Parkplatz an der Europabrücke eine fußläufige Alternative. Aber wer stellt sein Auto schon für acht Stunden auf einen kostenpflichtigen Parkplatz? Richtig, niemand!
Also bleiben nur ein paar wenige Möglichkeiten, beispielsweise auf dem Gehweg bei der Filmburg oder einfach zwischen gekennzeichneten Parkplätzen am Straßenrand - was natürlich verboten ist. Aber vielen scheint ein Strafzettel lieber zu sein, als auf einem weiter entfernten Parkplatz Parkgebühren zu zahlen. Eine Lösung ist das nicht. Darf es nicht sein. Und doch ist die Entscheidung verständlich. Alternativen sind schließlich rar gesät. Die aktuelle Situation am Landratsamt trägt einen Teil dazu bei. Weil das Gebäude derzeit saniert wird, ist die Güterstraße davor zur Einbahnstraße geworden. Wer will vor der Arbeit schon mehrere Runden durch die Innenstadt drehen, um einen freien Parkplatz zu ergattern? Fünf Minuten gehen für so eine Innenstadtrunde mindestens drauf. Je nachdem, ob die Ampeln gerade grün sind.
Das kostenpflichtige Parkdeck ist keine wirkliche Alternative. Dass dort in der Regel noch Stellplätze zu finden sind, ist kein Wunder. Wer plant, seinen Wagen für mehr als eine Stunde abzustellen, wählt lieber den nahe gelegenen, kostenlosen Parkplatz am Kaulanger.
Sinnvoller wäre es, die Parksituation generell zu entzerren. Eine Möglichkeit wäre es, die Parkfläche beim Landratsamt zu einem mehrstöckigen Parkdeck umzubauen. Oder den Parkplatz gegenüber der Filmburg mit einer zweiten Ebene zu versehen. Ob die Rechnung tatsächlich aufgeht, dass weniger Autos in die Kreisstadt rollen, sobald das neue Mobilitätskonzept anläuft? Das klingt mehr nach Wunsch als nach Realität. c.doetschel@infranken.de