Charlotte und Hartmut Salzbrenner aus Lohof blicken auf 60 glückliche und erfüllte Jahre zurück. Heute feiert das Paar im Kreise seiner Familie das Fest der diamantenen Hochzeit.
Die Liebesgeschichte des Jubelpaares begann im Jahr 1949 auf einer Zugfahrt. Die junge Charlotte Seiß, gerade mal 15 Jahre alt, fuhr mit der Eisenbahn von Schney (Landkreis Lichtenfels) nach Coburg in das Gymnasium Alexandrinum. Der sieben Jahre ältere Hartmut Salzbrenner war als Kaufmann im Lebensmittelgroßhandel seines Vaters in Hallstadt tätig; mit einem Musterkoffer reiste er zu den Kunden. Hartmut Salzbrenner war sofort angetan von den strahlenden blauen Augen und dem blonden Haar des Mädchens, das er im Zugabteil sah. Ihr gefiel wiederum sein dunkles Haar, die braunen Augen und sein Auftreten. Charlotte erinnert sich nach vielen Jahren noch genau an die Kleidung, den schweren langen Wachmantel und die Knickerbockerhose, die er trug.
"Es war Liebe auf den ersten Blick", sagen beide, halten sich an der Hand und strahlen. In Schney erkundigte sich der junge Mann in einer Bäckerei und erfuhr, dass es sich um die Pfarrerstochter handele. In einem kleinen silberfarbenen Kaffeedöschen mit blauem Band schickte er Bohnenkaffe als Geschenk ins Haus. Charlotte Salzbrenner hat dieses Döschen bis heute sorgsam aufbewahrt. Es war der Beginn einer großen Liebe, die gewachsen ist und bis heute andauert.


Harte Zeiten durchgemacht

"Ich liebe meine Frau nicht wie am ersten Tag, sondern sehr viel mehr", sagt der Jubilar und tätschelt ihre Hand. Vor allem die tiefen Gespräche hätten das junge Paar damals verbunden, erinnern sie sich.
Charlotte Salzbrenner war für ihr Alter sehr reif und ernst, denn sie musste erleben, wie ihr Vater, der Pfarrer Seiß aus Schney, wegen kritischer Äußerungen zum Regime in das "Himmelfahrtskommando" geschickt wurde und vermisst blieb. Hartmut Salzbrenner musste als 17-Jähriger von der Schulbank direkt an die Front und war später in Kriegsgefangenschaft. Diese Erlebnisse prägen das Paar bis heute.
Am 21. Juli 1956 traten sie vor den Traualtar; die junge zierliche blonde Braut trug ein weißes Kleid und einen Kranz im Haar, an ihrer Seite ihr stattlicher Bräutigam. Zunächst arbeitete auch Charlotte Salzbrenner, die nach dem Abitur eine Ausbildung als Sekretärin absolvierte, im Unternehmen ihres Schwiegervaters. Als es der Firma finanziell schlechter ging, fand Hartmut Salzbrenner in München bei der Firma "Develey Senf und Feinkost" eine Anstellung. Unter Salzbrenner wuchs das Unternehmen an, er arbeitete in der Produktentwicklung und als kaufmännischer Direktor 34 Jahre lang. Danach war er bis zur Rente im Milchhof Coburg in der Produktentwicklung tätig.
Seine Frau kümmerte sich um die beiden Kinder Georg und Anne, die in den Jahren 1958 und 1964 geboren wurden. Der Sohn und die Tochter haben beide Theologie studiert, Tochter Anne ist heute Pfarrerin in Lichtenfels. Charlotte Salzbrenner leistete in Brunnthal bei München, wo die beiden lebten, Nachbarschaftshilfe, übernahm Fahrdienste, half Migranten und war immer da für andere Menschen. "Lotte war die Seelsorge- und Sozialstation des Ortes", sagt ihr Mann. Im Jahr 1986 kam das Paar nach Lohof in die Gemeinde Itzgrund, wo es ein Haus und eine alte Schäferei kaufte und acht Hektar Land. Hier hat sich der Jubilar einen kleinen Weingarten angelegt. Seine Frau Charlotte gegründete den Stammtisch sozialdemokratischer Frauen im Itzgrund und war die erste Frauenbeauftragte. "Dass wir immer auch für andere da sein konnten, hat unser Leben bereichert."
Salzbrenners danken ihrem Hausarzt Dr. Ulrich Zuber. "Ohne ihn wären wir nicht so alt, er ist immer da und das ist nicht mehr selbstverständlich." Das Paar freut sich über einen Enkelsohn, den 19-jährigen Tim. Feiern möchten die beiden nur im engsten Familienkreis. ga