Szenarien zur verkehrlichen Entlastung der Erlanger Innenstadt vom Durchgangsverkehr hat kürzlich das Beratungsbüro SPP Consult mit der Verwaltung in der Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses vorgestellt. Ziel der Überlegungen ist es, in dicht bewohnten Bereichen der Innenstadt den Durchgangsverkehr zu reduzieren und die damit verbundene Lärm- und Abgasbelastung zu verringern. Für die besonders stark vom Durchgangsverkehr belasteten Achsen zwischen Neuer Straße und Maximiliansplatz sowie für die Henkestraße sollen auf Grundlage des Gutachtens vom Stadtrat verschiedene Entwicklungsvarianten diskutiert werden.
Die Szenarien sollen Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung verdeutlichen und Anregungen für die weitere Diskussion liefern. Das weitestgehende Szenario sieht vor, die Achsen durch bauliche Eingriffe zu entlasten. Zur Verkehrsreduzierung in der Henkestraße könnte die Unterführung Güterhallenstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden und würde nur noch dem öffentlichen Nahverkehr, dem Rad- und Fußverkehr sowie für Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen.


7900 Durchfahrten weniger

Die Gutachter rechnen damit, dass in der Henkestraße dann täglich rund 7900 Durchfahrten weniger stattfinden würden. Der Durchgangsverkehr würde stattdessen über die Werner-von-Siemens-Straße geleitet.
Für die Neue Straße wurde ein Umbau zwischen Turnstraße und Östlicher Stadtmauerstraße und eine Sperrung für den Durchgangsverkehr ins Gespräch gebracht. Hier wäre ebenfalls eine Verkehrsentlastung um täglich 7800 Fahrzeuge erreichbar. Die Führung des Verkehrs würde in diesem Szenario verstärkt über die Achse Palm-, Spardorfer, Essenbacher, Bayreuther und Baiersdorfer Straße erfolgen.
Ein weniger weitreichendes Szenario sieht eine Entlastung beider Achsen durch eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeiten, eine Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und die Stärkung von alternativen Verkehrsführungen zur Entlastung vor.
In beiden Szenarien soll neben einer Verkehrsentlastung auch weiterhin eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt sichergestellt
werden, in erster Linie geht es um eine Entlastung vom Durchgangsverkehr. Überprüft werden sollen aber auch die Auswirkungen einer Beibehaltung der bestehenden Verkehrsführung durch beide Achsen. Die vorgestellten Szenarien sind Teil umfassender Vorschläge zur Gestaltung eines Vorrangnetzes für den motorisierten Individualverkehr. Sie wurden im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans entwickelt, der aufzeigen soll, wie sich der Verkehr in der Zukunft entwickeln kann und soll, um den Anforderungen der Stadtbevölkerung gerecht zu werden. Dazu gehört auch, die Verknüpfungen in der Region sicherzustellen.
Der Verkehrsentwicklungsplan wird unter breiter Beteiligung der Stadtgesellschaft erarbeitet. "Es muss gerade in der nördlichen Innenstadt, aber auch insgesamt das Thema nachhaltig und bald angegangen werden", so Baureferent Josef Weber. Die Bürger erwarten nun eine Reaktion auf die Zahlen. Unter anderem tagt regelmäßig das Forum Verkehrsentwicklungsplan, in dem Bürger, Interessengruppen und Institutionen mitwirken. Die Vorschläge werden Stadtrat und Verwaltung zur Beratung vorgelegt.