Erinnerung an Alf Merkel

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Generationen von Schülern hatte er sein "Credo" mit auf den Weg gegeben: "Glaub an Dich - dann kannst Du es schaffen!" Für ihn war diese Aussage mehr als bloße Motivation, er lebte sie täglich vor und...

Generationen von Schülern hatte er sein "Credo" mit auf den Weg gegeben: "Glaub an Dich - dann kannst Du es schaffen!" Für ihn war diese Aussage mehr als bloße Motivation, er lebte sie täglich vor und verstand sie auch als sein persönliches Lebensmotto - selbst dann, als ihn seine schwere Krankheit bereits deutlich gezeichnet hatte. Am vergangenen Samstag verlor Alf Merkel diesen Kampf und verstarb im Kreis seiner Familie.
Als Sohn eines Polizisten 1952 in Kronach geboren, verbrachte Alf Merkel seine Schul- und Jugendzeit in seiner Heimatstadt Kronach. Dort waren seine Wurzeln, dort heiratete er seine Frau Clothilde und erlebte die Geburt seines Sohnes Thomas, dort entdeckte er seine Liebe zu den Ballsportarten. Dorthin kehrte er schließlich nach dem Studium in Erlangen zurück, wo er Sport und Wirtschafts- und Rechtslehre für das Lehramt an Gymnasien studiert hatte. So konnte er seine Liebe zum Sport, unter anderem war Alf Merkel mit seiner Mannschaft fünf Mal Deutscher Meister, mit seinem Beruf verbinden.
Nach dem Referendariat in Regensburg und am Kaspar-Zeuß-Gymnasium kam er 1980, also drei Jahre nach Gründung der Schule, an das Gymnasium Kronach II, das heutige Frankenwald-Gymnasium. Diese, seine erste Stelle, blieb auch seine letzte: 38 Jahre lang wirkte Alf Merkel als Fachlehrer für Sport und Wirtschafts- und Rechtslehre an "seinem" Frankenwald-Gymnasium. 1992 wurde er zum Beratungslehrer ernannt und beriet über 20 Jahre lang Generationen von Schülern zu Fragen der schulischen Laufbahn oder der beruflichen Orientierung.


Wichtige Weichen gestellt

Dabei war es ihm immer ein Anliegen, die Stärken des Einzelnen herauszustellen und ihn für seinen ganz eigenen Weg zu motivieren. Im Februar 2014 wurde Merkel zum stellvertretenden Schulleiter ernannt, drei Jahre später, nach dem Ausfall des ernannten neuen Schulleiters, zum geschäftsführenden Schulleiter. In dieser Zeit konnte er wichtige Weichen für das Frankenwald-Gymnasium stellen. Wichtiger als alle äußeren Erfordernisse und Zwänge waren Alf Merkel aber immer die Menschen, egal ob als Schüler, als Kollegen, Mitarbeiter in der Schulverwaltung oder als Eltern. "Wir fördern Werte in der Gemeinschaft" war sein Anliegen, lange bevor dieser Satz zur Überschrift über das Schulprofil seiner Schule wurde.
Seinen Ausgleich fand er bei seiner Familie, beim Sport und bei seinem großen Hobby, der Schiefermalerei. In drei großen Ausstellungen im Landkreis zeigt er seinem Publikum, wie feinsinnig und gefühlvoll er auch Pinsel und Kreide führen konnte. Dabei stand er ungern selbst im Mittelpunkt. Wichtiger war es ihm, dass seine Schüler oder seine Bilder von ihm und für ihn sprachen. Sie werden noch lange von ihm erzählen, dem lebensfrohen, immer positiven Menschen. msi