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Endlich sicher mit der Gehhilfe


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Bamberg, Montag, 24. Juni 2019

Am 4. September gibt die Verkehrspolizei Senioren wichtige Praxistipps.
Mit dem Rollator richtig zu laufen will gelernt sein. Allzu oft gehen die Menschen vornübergebeugt und schieben die Gehhilfe vor sich her, anstatt sich aufrecht dicht an dem Gerät zu bewegen.  Foto: Britta Peddersen, dpa


Aufgrund der hohen Nachfrage bieten die Seniorenbeauftragte der Stadt Bamberg und Verkehrserzieher der Polizei Bamberg am 4. September in der Jugendverkehrsschule einen Zusatztermin für die Schulung zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr an. Bereits im Mai und Juni haben zwei Schulungen stattgefunden - die Resonanz war laut der Mitteilung aus dem Rathaus durchweg positiv.

"Na, da haben wir heute was gelernt!", sagt eine Teilnehmerin des zweiten Trainings "Sicher unterwegs im Straßenverkehr, mit Gehhilfe, Rollator und zu Fuß". Ein Teil der Schulung war zum Beispiel das Rückwärtsaussteigen aus dem Bus. "Sie müssen sich doch nur vorstellen, was passiert, wenn Ihnen der Rollator wegrutscht oder Sie stürzen, dann fallen Sie über das ganze Gefährt", erklärt Harald Wessely von den Stadtwerken. Mit ihm drehen die Damen und Herren auch eine kleine Runde im Stadtbus auf dem Jugend-Verkehrsübungsplatz an der Pestalozzistraße, wo die Schulung stattfindet. Natürlich bremst er auch mal kräftig und schlingert ein bisschen, was den Mitfahrenden sehr bewusst macht, wie wichtig es ist, sich einen guten Halt zu verschaffen. Überrascht sind viele am Ende der Tour, dass Verkehrserzieher Franz Werner gar nichts passiert, wenn er von der Bustür eingeklemmt wird: Alle Bustüren sind inzwischen mit feinen Sensoren ausgestattet, die bewirken, dass die Türen sich sofort wieder öffnen, wenn sie nicht vollständig schließen können.

Bei der Trainingseinheit mit dem Mediteam-Gesundheitszentrum lernen die Senioren auch eine Menge über die eigene Gehhilfe. Oft greifen die Bremsen nicht richtig, die Höhe ist häufig nicht optimal auf die Körpergröße eingestellt, und viele kennen die Funktionen noch gar nicht, die der Rollator so mitbringt, zum Beispiel das praktische Pedal, mit dem sich das Gefährt ganz leicht über eine Stufe lüpfen lässt.

Die Hälfte der tödlichen Verkehrsunfälle betreffen Personen über 64 Jahre. "Aus diesem Grund machen wir diese Schulung", so Seniorenbeauftragte Stefanie Hahn vom Amt für Inklusion. "Eine Gehhilfe soll wieder mobil machen. Aber sie muss, wie jedes andere Verkehrsmittel auch, sicher geführt werden." Und dabei ist die eigene Beweglichkeit immens wichtig. Deshalb zeigt Benedict Ehrlich von Saludis einige einfache Übungen, die unter anderem das Gleichgewicht trainieren und die jeder ganz leicht zu Hause nachmachen kann.

"Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht!", gibt Klaus Fuß von der Verkehrspolizei zum Schluss mit auf den Weg. Das sollte natürlich für alle gelten.

Aufgrund der großen Nachfrage wird eine dritte Schulung angeboten. Infos und Anmeldungen bis zum 23. August unter Telefon 0951/871514 (vormittags) oder per Mail: seniorenbuero@stadt.bamberg.de. Natürlich können auch diesmal wieder Personen mit starker Bewegungseinschränkung sich vom Fahrdienst der Malteser abholen lassen. red