Die 30 Brose-Fans samt ihrer sechs Trommler hinter dem Korb bemühten sich nach Kräften, Stimmung in die mit 545 Zuschauern spärlich gefüllte Brose-Arena zu bringen. Und die Klatschpappen, die für jeden Besucher an den Eingängen bereit lagen, erfüllten auch ihren Zweck. Der Lärmpegel war zwar bei weitem nicht so hoch wie gewohnt, aber beim ersten Heimspiel der Bamberger Basketballer unter Corona-Bedingungen war schon Leben in der Bude.

"Ich fand die Stimmung angesichts der Umstände gar nicht so schlecht", befand Andreas Fuchs. Der Brose-Fan aus Debring war nur etwas verwundert darüber, dass so wenige Zuschauer den Weg in die Halle fanden. Schließlich war das Testspiel gegen Filou Ostende am Samstagabend die erste Partie seit fast exakt acht Monaten, die nach dem Ausarbeiten eines umfangreichen Hygienekonzepts wieder vor Zuschauern ausgetragen werden durfte. 1230 Tickets hätten maximal verkauft werden dürfen, nicht einmal die Hälfte davon wurden an den Mann gebracht. "Ich kann verstehen, dass manche etwas Bammel haben, in diesen Zeiten in die Halle zu gehen", sagt Fuchs. Er selbst freute sich aber darüber, endlich wieder dabei sein zu dürfen.

Die Vorkehrungen, die in der Halle getroffen wurden, um ein Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten, fand der Debringer genauso gut gelöst wie Siegbert Behringer "Die Hygienevorschriften sind ja mittlerweile Standard. Da hat sich jeder schon dran gewöhnt", sagt der Oberhaider. Er konnte der Zuschauerbeschränkung sogar etwas Positives abgewinnen: "Endlich war es mal nicht so unheimlich laut. Ohne Ohrenstöpsel geht ja sonst hier gar nichts. Und außerdem konnte ich meine Jacke ganz einfach auf dem Platz neben mir ablegen."

Mit dem Testlauf zufrieden

Dieser war ja frei, denn zwischen den Besuchern musste ja der Mindestabstand eingehalten werden. Aber das war bei nur 545 Zuschauern in der 6150 Fans fassenden Halle an diesem Abend kein Problem. "Wir haben vor der Halle ein Einlassgitter von 100 Metern Länge aufgebaut, heute hätten fünf Meter gereicht", sagte Philipp Göß schmunzelnd. Der Spieltagsmanager von Brose Bamberg war nach Spielende mit dem Testlauf für das Hygienekonzept dennoch zufrieden: "Es hat alles gut geklappt, alle Mitarbeiter und Besucher haben sich an die Regeln gehalten. 1200 bis 1500 Zuschauer stellen uns vor keinerlei Probleme, auch mit 2000 Zuschauern würde unser Hygienekonzept funktionieren." Sollten mehr Besucher zugelassen werden, müssten die Abstände auf den Zuschauerrängen verringert werden. Die steigenden Infektionszahlen lassen aber nicht darauf hoffen, dass zum ersten Bundesliga-Heimspiel am 14. November mehr als 1230 Zuschauer in die Halle dürfen. Eher könnte das Gegenteil der Fall sein. "Ich habe mit anderen Fans gesprochen. Einige befürchten, dass es für längere Zeit das letzte Mal war, dass wir hier sein dürfen", sagte Fuchs.