Einer der Väter war Kulmbacher

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Mit einem groß angelegten Unterrichtsprojekt feiere das berufliche Schulzentrum den 70. Geburtstag der bayerischen Verfassung. Maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Werks hatte Oberbürgermeister Georg Hagen.

Die bayerische Verfassung ist 70 Jahre alt. Am beruflichen Schulzentrum in Kulmbach fand dazu ein groß angelegtes Unterrichtsprojekt statt.
Vor dem Hintergrund der Zivilisationsbrüche der nationalsozialistischen Diktatur und des Zweiten Weltkriegs waren vor 70 Jahren die Grundlagen für einen demokratischen Neubeginn und damit für das moderne Bayern gelegt. Am 1. Dezember 1946 wurde die von der verfassunggebenden Landesversammlung ausgearbeitete Verfassung des Freistaats Bayern in einer Volksabstimmung angenommen und am 8. Dezember in Kraft gesetzt.
Für Kulmbach ist es gewiss ehrenvoll, dass der damalige Oberbürgermeister Georg Hagen sehr früh zu den Beratungen in der Münchner Universität hinzugezogen wurde und damit einer der Väter der bayerischen Verfassung ist.


Knapp 800 Schüler dabei

Um die Bedeutung und den Erfolg ins Bewusstsein zu rufen, hatte Kultusminister Ludwig Spaenle bereits im Juni alle Schulen in Bayern ermuntert, am 1. Dezember oder im zeitlichen Umfeld einen "Tag der bayerischen Verfassung" durchzuführen.
Das berufliche Schulzentrum kam dieser Aufforderung nach und führte vier Veranstaltungen durch, die insgesamt knapp 800 Schüler besuchten. Jugendliche der Fachschule für Bautechnik hatten sich in Dreiergruppen mit den Themen "Entstehung der Verfassung", "Die Wahl zum Landtag" sowie "Föderalismus - die Rolle Bayerns in der Bundesrepublik Deutschland" befasst.
Eindrucksvoll demonstrierten sie dem interessierten Publikum ihre Kompetenz: sauber recherchierte Informationen, dazu passende Bilder und selbst geschnittene Videoclips wurden sinnvoll in eine Power-Point-Präsentation verpackt und überwiegend frei vorgetragen.
Dank der unkomplizierten Zusage der beiden Landtagsabgeordneten Inge Aures (SPD) und Martin Schöffel (CSU) hatten die Schüler die Möglichkeit, aus erster Hand mehr über die politischen Strukturen und Themen in und für Bayern zu erfahren - eine Chance zur Diskussion, die umfassend genutzt wurde.


Anerkannter Landespolitiker

Wolfgang Schoberth referierte ferner über den "Zusammenbruch und Neuanfang in Kulmbach" und stellte dabei die Rolle Georg Hagens in den Mittelpunkt. Als Oberbürgermeister habe der maßgeblich die Geschicke der Stadt in der Nachkriegszeit geleitet, zugleich habe er als anerkannter SPD-Landespolitiker einen wichtigen Beitrag für die bayerische Verfassung geleistet. Im Februar 1946 sei er vom damaligen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner in den beratenden Ausschuss berufen worden, fünf Monate später sei er in die verfassunggebende Landesversammlung gewählt worden. "Vom 1. Dezember 1946 bis zu seinem Tod 1958 gehörte er dem Bayerischen Landtag an und war sein erster Vizepräsident", so Schoberth.
Am Ende jedes Vortrags durften die Schüler in die Rolle des Lehrers schlüpfen, Beiträge mit Schulnoten bewerten und mit zusätzlichen Kommentaren versehen. Neben der sehr positiven Notengebung konnten sich die Referenten bester Bemerkungen erfreuen. Einige vergaben sogar das fränkische Höchstlob: "Hod gebassd!" red