Im Vorfeld der Kommunalwahl am 15. März äußern nicht nur die Kandidaten ihre Vorstellungen und Wünsche, sondern auch die Bürger. In einer Umfrage unserer Zeitung erklären Herzogenauracher, was sich in ihrer Stadt ändern sollte.

Jessi K. (Beruf: Controlling Finance, Alter: 43 Jahre, verheiratet) wohnt auf der Herzo Base und hat zwei Kinder, elf und 14 Jahre alt: "Das Verkehrsproblem könnte man besser anpacken, indem man das Auto öfter mal stehen lässt, aber dafür müsste die Taktung der Busse besser sein. Es kann nicht sein, dass manche Ortsteile nur alle 120 Minuten angefahren werden. So entsteht kein Anreiz, das Auto stehen zu lassen. Oder morgens, wenn alle Kinder in die Schule gehen, einfach größere Busse einsetzen. Das wäre auch ein großer Anreiz für die Eltern, ihre Kinder nicht in die Schule zu fahren.

Aber auf der Herzo Base haben wir noch mit einem anderen großen Problem zu kämpfen: den Falschparkern. Ständig ist meine Einfahrt zugeparkt und dadurch ist es mir nicht möglich, aus meiner Ausfahrt zu fahren. Obwohl Adidas für genügend Parkplätze gesorgt hat, parken die Mitarbeiter hier. Ich wünsche mir von der Stadt, dass sie da härter durchgreift."

Auf die Frage, was ein Bürgermeister mitbringen sollte, antwortet sie: "Mut zur Lücke. Und dadurch auch einfach mal die erste Gemeinde sein, die was neues ausprobiert. Und nicht ständig abwarten. Vor allem sollte ein Bürgermeister für alle seine Bürger da sein." Wünschen würde sie sich "mehr Leben in der Innenstadt. Die Stadt attraktiver für Jugendliche machen. Ein Café wäre schön, wo sich Jugendliche nach der Schule mal treffen können und dadurch nicht immer zum McDonalds gehen müssen."

Petra Steinbrich (Beruf: Kinderpflegerin, 51 Jahre, verheiratet, zwei Kinder) antwortet auf die Frage, was sich in der Stadt ändern soll: "Mehr Angebote für Jugendliche und Kinder. Ein Indoor-Spielplatz wäre für Herzogenaurach das Ideale. Es gibt hier so viele Familien mit kleinen Kindern. Und die Kleinen werden auch mal Jugendliche, und da wäre es toll, mehr Angebote in der Innenstadt wie ein Café oder eine Kneipe zu haben. Es ist schade, dass die Jugendlichen sich in Erlangen treffen müssen. Das war bei meinen Kindern so. Als Hundebesitzerin würde ich mich freuen, wenn es mehr Mülleimer/Tütenspender geben würde, gerade in Wohngebieten." Ein Bürgermeister sollte "auf die Belange und Bedürfnisse von den Bürgern eingehen. Ich habe schon vor 14 Jahren, als meine Kinder noch klein waren, nach einem Zebrastreifen oder einer Überquerungshilfe am Hubmannparkplatz gefragt. Und nicht nur einmal ... leider keine Reaktion. Meine Wünsche für Herzo sind mehr Leben in der Innenstadt und für die Hunde eine eingezäunte Hundespielwiese."

In der Innenstadt ist gerade Helmut Müller (Rentner, 75 Jahre, verheiratet) unterwegs. Auf die Frage, was sich in Herzogenaurach ändern sollte, meint er: "In der Innenstadt sollte mehr Leben sein, sonst lässt es sich in Herzogenaurach gut leben. Und mit dem Bürgermeister bin ganz zufrieden, obwohl er nicht meine Farbe trägt", sagt er und schmunzelt.

Zoi Siontas (Rentnerin, 71 Jahre, verheiratet, fünf Enkel) überlegt ganz kurz und antwortet: "In Herzogenaurach müsste es mehr bezahlbaren Wohnraum geben und die Innenstadt könnte mehr Leben haben. Sonst ist Herzogenaurach eine schöne Stadt, wie ein großes Dorf, man trifft immer jemanden, den man kennt."

Der neue oder alte Bürgermeister sollte "mehr auf die Bürger hören, vielleicht durch mehr Bürgerbefragung und vor allem sollte er ein Bürgermeister für alle sein".

Dieter O. (Beruf: Software-Ingenieur, 57 Jahre, zwei Kinder, verheiratet) meint nur: "Die Stadt sollte das Geld für bessere Projekte ausgeben .... die Aurachpromenade ist Quatsch. Und ein Bürgermeister sollte für alle Bürger da sein. Mein Wunsch für Herzogenaurach wäre eine belebtere Innenstadt. Ach ja, und die Herzobusse sollten besser getaktet sein."