Josef Hofbauer Ab sofort können Teile des Schloss-Areales Hundshaupten wieder von der Öffentlichkeit genutzt werden. In Absprache mit Heinrich Freiherr von Pölnitz und seiner Familie, versteht sich. Er unterzeichnete mit Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) einen entsprechenden Nutzungsvertrag, das Schloss-Areal gratis zur Verfügung zu stellen.

"Wir setzen das bestehende, gute Miteinander lediglich auf eine rechtliche Grundlage", betonte Bürgermeister Stefan Förtsch, der auf die jahrzehntelangen Beziehungen zwischen der Gemeinde Egloffstein und dem Hause von Pölnitz verwies. "Ohne Gudila Freifrau von Pölnitz gäbe es keinen Wildpark", so Förtsch. Er sprach von "einer für die Öffentlichkeit interessanten Symbiose".

Von Gottesdienst bis Konzert

"Kulturelle Veranstaltungen auf Schloss Hundshaupten sind ja nichts Neues", rief Heinrich von Pölnitz die Schlosskonzerte in Hundshaupten in Erinnerung. Die Tribüne dafür sei noch beim Landkreis eingelagert, ergänzte Förtsch, der sich Konzerte im Schlossgraben ebenso vorstellen kann wie Gottesdienste auf dem Schloss-Areal im Rahmen der "Sommerkirche", Adventssingen oder einen Öffnung des Hauses am "Tag des offenen Denkmals".

Das Ambiente des Schlosses könnte auch in das Ferienprogramm der Gemeinde eingebunden werden, überlegte Bürgermeister Förtsch. Auch einen erneuten Besuch des Kinderliedermachers Rainer Wenzel oder des Kinderclowns "Geroldino" (Gerd Grashaußer), der mit einer Mixtur aus Spaß, Fantasie und Poesie Groß und Klein begeistert habe, kann sich der Burgherr gut vorstellen. Es muss halt jemanden geben, der ein derartiges Event organisiert.

Festgelegt sind derzeit acht Veranstaltungen, die "in der Regel" ein halbes Jahr im Voraus angekündigt werden sollen.Um Terminüberschneidungen zu vermeiden, sollen dem Schlossherrn zwei Alternativtermine genannt werden. Ausgenommen davon ist die Nutzung der Schlosskapelle bei Begräbnissen, denn im nahe gelegenen Begräbniswald "Friedleite" sollen spätestens ab Mitte des Jahres Bestattungen möglich sein.

Dach des Südflügels wird saniert

Erst aber steht eine umfassende Sanierung des um 1690 angebauten Südflügels der Burganlage an. Aus Platzgründen wird das Baumaterial mit Hilfe eines im Burggraben aufgebauten Kranes in den Innenhof gehoben. Vor allem die Dachbalken sind marode und müssen ausgetauscht werden. In diesem Zusammenhang werden auch die Fenster ausgebaut, restauriert und wieder eingebaut. Damit der Charakter der Anlage nicht gestört wird, werden die Wärmeschutzfenster nicht außen, sondern innen angebracht. Auch die südliche Mauer des Schlosses musste mit einem enormen Aufwand gesichert werden.

Maßnahmen, die den Finanzrahmen des Burgherrn, der den Unterhalt der Anlage über Einkünfte aus der Forstwirtschaft sichert, deutlich übersteigen. Glücklicherweise, so Freiherr von Pölnitz, werde das Projekt durch das Landesamt für Denkmalpflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Oberfrankenstiftung gefördert. Dank der Zusammenarbeit mit der Gemeinde gibt es auch Fördermittel für "überregional bedeutsame Baudenkmäler".