Neunkirchen am Brand — Jeden Tag sind Wolfram Fuchs und Armin Reck an den Weihern westlich von Neunkirchen. Doch der Anblick, der sich ihnen am Mittwoch geboten hat, schockierte selbst die beiden erfahrenen Angler: Der gesamte Karpfenbesatz lag tot an der Wasseroberfläche.
"Das haben wir noch nie gehabt", sagt Armin Reck, Gründungsmitglied und Zweiter Vorsitzender des Angelfischereivereins Schwabachgrund e.V. Dass über den Winter drei oder vier Fische verenden, komme vor. Aber dass der gesamte Besatz von heute auf morgen tot ist, das erschien den beiden Vorständen seltsam.
Die Wasserschutzpolizei hatten sie deshalb gleich informiert. Ein Beamter war dann auch vor Ort, hat Fische und Wasser für Untersuchungen mitgenommen, wie Heinz Römmelt von der Wasserschutzpolizei informiert. Auch er kann sich nicht an ein Fischsterben dieses Ausmaßes erinnern. Trotzdem schließt er einen Dritten als Verursacher zunächst aus. Eine natürliche Ursache, eine Fischkrankheit, vermutet die Polizei, bis die Wasserproben doch anderes ergeben könnten.
Doch gerade eine Fischkrankheit als Ursache schließen die Angler zunächst aus. "Das wäre zu schnell gegangen", erklärt Reck, der den Vergleich zur bestehenden Vogelgrippe zieht. Auch da erwische es das eine oder andere Tier, aber nicht alle auf einmal. Und dann nicht von einem Tag auf den anderen.
Als der Weiher zur Hälfte abgetaut war, lagen noch keine toten Fische drin. Auch am Dienstag noch nicht, als der Erste und Zweite Vorstand ihre tägliche Runde am Weiher drehten. Dieser ist 40 Meter auf 40 Meter groß. Über 700 Karpfen wurden dort gehältert und sollten dann in die Fischweiher ausgesetzt werden.


Forellen geht es gut

Im Weiher etwas weiter davon nebenan, sind ungefähr 70 Forellen eingesetzt worden, um die dort angesiedelten Blaubandbärblinge zu fressen. Den Forellen fehlt nichts. Selbst in den anderen Weihern, in der Weiheranlage in Heppstädt in der Gemeinde Adelsdorf, sind alle Fische wohlauf. Salzwasser von der Straße konnte ebenfalls nicht in den Weiher eindringen, so schließt Armin Reck auch das als Todesursache aus.
Bleibt nur die Möglichkeit, dass etwas in das Wasser getan wurde. Etwas Giftiges, wie Pflanzenschutzmittel, beispielsweise, vermuten die Angler. Während die Wasserschutzpolizei in dieser Richtung noch nicht ermittelt, weil sie auch von der Spurenlage am Weiher nicht davon ausgeht und zunächst die Ergebnisse der Wasserproben abwarten möchte, wissen die beiden Vorstände, dass durchaus viele Leute täglich an den Weihern spazieren gehen. Möglich, dass auch durch Unbedachtsamkeit etwas in das Wasser gebracht wurde.
Eine natürliche Ursache kann Reck zunächst nicht erkennen. Das wäre schon sehr seltsam, vor allem da es so schlagartig ging und nur wenige Stunden vorher kein Karpfen irgendwelche Anzeichen zeigte.
Selbst Tage und Wochen davor war im Weiher noch alles in Ordnung. Gespannt warten daher auch die Angler auf das Ergebnis der Fischuntersuchung und auf die Laborbefunde hinsichtlich des Wassers.