Beim Alt-Opel-Treffen auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände reiht sich ein legendäres Fahrzeug an das nächste. Einige Wagenbesitzer erklären hier, was die Faszination Opel für sie ausmacht.
Andreas Lösch
Der Charme eines alten Opel: runde Scheinwerfer, aber eckig eingefasst, Chromleisten schmücken den Kühlergrill, himmelblau die Lackierung, hölzern das Lenkrad, schnittig die Karosserie. Andreas Stulz, 51 Jahre alt, Schweizer, streicht über seinen Opel Olympia A 1900, stopft sich eine Pfeife, grinst und sagt: "Das ist quasi ein Kadett B in der Luxusversion." Mit großem Motor. "Big Block würden die Amerikaner sagen." Reihen-Vierzylinder, 90 PS, Baujahr 1970, "das letzte Baujahr, das noch den Namen Olympia in den Modellbezeichnungen trug", sagt Stulz, der sich aus der Nähe von Bern auf den Weg nach
Ebern gemacht hat. Kann er sich leicht merken, den Namen der fränkischen Kleinstadt, fehlt ja nur ein großes "E" vorne dran, und die schweizerische Hauptstadt hieße genauso.
Beim 47. internationalen "Alt-Opel-Treffen" auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände gehört Stulz zu einer großen Opelfamilie, über 800 Mitglieder der "Alt-Opel-Interessengemeinschaft" kamen hierher und haben mehr als 400 Oldtimer-Opel mitgebracht. Tausende Besucher wollten und wollen das sehen (das Treffen dauert bis zum 13. Mai).
Warum Opel, Herr Stulz? "Mein Vater hat schon Opel gehabt. Da wollte ich natürlich auch Opel haben", sagt er, pafft die Pfeife und grinst wieder. Außerdem habe er im Film "Es geschah am helllichten Tag" Heinz Rühmann in einem Opel Kapitän, Baujahr 54, umherfahren sehen, da habe er sich in die Marke Opel verguckt und kommt seitdem nicht mehr von ihr los.
Nicht ganz so weit gereist ist Wolfgang Lauer mit seinem Opel Manta, der gleich vor dem Stulzschen Olympia parkt. Lauer kommt aus Staffelbach (Oberhaid) und hat seinen Manta von 1971 aus den USA reimportiert und aufwendig restauriert. Damit hat sich der 70-Jährige einen Lebenstraum erfüllt, wie er erklärt. Oldtimer sind ihm ein Vergnügen, auch, weil er mit der verbauten Technik gut zurecht kommt: "Es geht nicht viel kaputt. Und wenn, dann ist es leicht zu reparieren. Drei Schrauben und die Lichtmaschine ist ausgebaut", sagt er.