Die durchaus stattliche Anzahl von 21 Bürgerinnen und Bürgern, das sind fast zehn Prozent der Einwohner des Stadtteils, konnte Stadtrat Jürgen Eckert (CSU) zur Bürgerversammlung begrüßen. Sie erfuhren von Bürgermeister Michael Kastl (CSU) einiges an interessanten Neuigkeiten, die sie direkt betreffen.

Die Mobilität bleibe weiter wichtig, doch angesichts der Energiepreise und der Klima-ziele, die 2030 erreicht werden sollen, stellte er die provokative Frage: "Kann ich mir dann noch erlauben, auf dem Dorf zu leben?" Er sprach dabei aus eigener Erfahrung, denn seine Frau müsse an manchen Tagen wegen der Kinder drei- oder viermal in die Stadt fahren. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept und ein Gemeindeentwicklungskonzept für jedes Dorf mit einer Maßnahmenliste würden nun von einem einzigen Büro bearbeitet. Daraus entstehe dann ein Konzept für die Stadt und für die Dörfer. Vorher allerdings sollen die Bürger mitreden können, betonte Kastl. Vor Ort werden Workshops veranstaltet, und schon jetzt ist eine aktive Beteiligung über die Internetseite der Stadt möglich.

Kastl erinnerte daran, dass die örtliche Feuerwehr ein neues Auto bekommt. Die Diskussion mit der Seubrigshauser Wehr, die ein baugleiches Fahrzeug bekommen soll, sei abgeschlossen. Auch in Fridritt legte der Bürgermeister ein Bekenntnis zu den kleinen Feuerwehren ab: "Bei größeren Katastrophen dauert es, bis die Feuerwehr Münnerstadt da ist und Keller auspumpen kann. Ich fühle mich wohler, wenn wir die kleinen Feuerwehren vor Ort haben".

Kastl erinnerte an eine Veranstaltung während des Bürgermeister-Wahlkampfes. Schon damals sei es um ein Neubaugebiet gegangen. Zwar gebe es einen Bebauungsplan, aber seine Realisierung sei bisher an der Zufahrt gescheitert. "Jetzt sind wir notariell fast so weit, dass wir erschließen können", freute er sich. Hier können acht oder 16 Bauplätze entstehen, je nachdem, ob nur eine oder beide Seiten des Baugebietes schon jetzt erschlossen werden.

Wie in den anderen Bürgerversammlungen auch, ging er auf die Ausweisung von Flächen für Photovoltaik-Anlagen ein. Hier sei die Stadt noch zurückhaltend - "allerdings liegen genügend Anträge von großen Konzernen in den Schubladen des Rathauses". Er ging auch auf die Einstellung des Klimaschutzmanagers Jürgen Richter ein, für den die Stadt in den nächsten beiden Jahren eine Förderung von 100 Prozent bekommt. Um später eine 70-prozentige Förderung zu erreichen, ist ein Netzwerk mit fünf Partnergemeinden notwendig. "Bad Kissingen macht auf jeden Fall mit", freute sich Kastl, "die haben sich ganz allein von sich aus gemeldet".

Zur Bürgerversammlung war eine Eingabe zum Thema "Handyempfang" eingereicht worden. "Ich weiß, dass der Empfang äußerst schlecht ist", räumte Kastl ein. Es sei ihm nicht bekannt, dass die Telekom etwas tue, sie lasse sich nicht in die Karten schauen und habe wohl im Augenblick keine Ausbaupläne. Ein Bürger beschwerte sich über die oft schlechte Qualität des Pyur-Netzes, was öfter zu Problemen bei der Arbeit im Home-Office geführt habe. "In Windheim war man bestens zufrieden damit", sagte dazu der Bürgermeister, er kümmert sich aber um die Klage. Eine Bürgerin regte an, zwei- bis viermal im Jahr zu einem Bürgergespräch einzuladen. "Ich wollte das von mir aus machen, aber wegen Corona ging das nicht", so Kastl. Er erinnerte auch daran, dass die Stadt eigentlich einen Seniorenbeirat hat, "aber wegen Corona habe ich das noch nicht weiter verfolgt, das kommt wieder auf die Tagesordnung". Kastl wertete es als Vertrauensbeweis, "dass nicht zahlreiche Stadträte da sind und mitschreiben und das später verwenden". Der einzige anwesende Stadtrat war Jürgen Eckert aus Fridritt, sozusagen der Hausherr.