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"Ebern summt": Konzertierte Aktion soll Insekten Lebensraum schaffen


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Ebern, Mittwoch, 08. November 2017

"Deutschland summt." Diese Aktion begeistert viele Bürger. Es ist die Vision vieler Menschen in Stadt und Land mitzuhelfen, für Honig-, Wildbienen und ander...
Bienen und anderen Insekten soll die Aktion "Ebern summt" mehr Lebensraum schaffen. Foto: Helmut Will


"Deutschland summt." Diese Aktion begeistert viele Bürger. Es ist die Vision vieler Menschen in Stadt und Land mitzuhelfen, für Honig-, Wildbienen und andere Insekten einen Lebensraum zu schaffen.
Viel zu hören ist in letzter Zeit vom Bienensterben. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) hatte am Dienstagabend in den Sitzungssaal der VG Ebern Personen eingeladen, von denen er sich Mitwirkung und Unterstützung erhofft. Die Initiative "Ebern summt" soll sich entwickeln. Gekommen waren neben einigen Stadträten und Vertretern des Bauhofes auch Vertreter des Bundes Naturschutz (BN), vom Weltladen Ebern, von Imker- sowie von Obst- und Gartenbauvereinen.
Zunächst gab es vom Bürgermeister mittels einer Powerpoint-Präsentation umfassendes Material zum Thema. Hennemann hatte auch konkrete Vorstellungen, wie man die Sache angehen sollte: "Erst sollten wir uns einen Überblick über bestehende Initiativen in Ebern verschaffen. Da gibt es schon einige bei uns, und wir müssen das Rad nicht neu erfinden", sagte er. Dann sollten Projekte und Flächen ausgewählt werden, auf denen man, je nach Standort, entsprechende Samen ausbringen kann, die den Lebensraum von Bienen und Insekten fördern und für sie den "Tisch decken." Um alles in geordnete Bahnen zu lenken, sei ein "Steuerkreis" mit Personen nötig, die ihren Beitrag zum Projekt leisten können. "Das ist erforderlich, um später dem Stadtrat alles vorstellen zu können, damit dort ein Beschluss gefasst wird, wie die Stadt Ebern das Ganze angehen und umsetzen kann. Dann wollen wir die Öffentlichkeit einbeziehen und um Unterstützung der Bevölkerung werben", sagte Hennemann.
Klaus Mandery und Harald Amon vom Bund Naturschutz freuten sich über die Aktion der Stadt Ebern, die auch der Bund Naturschutz mit angestoßen hat, wie Hennemann sagte. "Alles, was eine Verbesserung für unsere Insekten darstellt, ist zu begrüßen", sagte Mandery.
Breiten Raum der Diskussion nahmen Überlegungen über geeignete Flächen in Anspruch. Hierzu hatte sich Christian Raehse, Leiter des Bauhofs, Gedanken gemacht und stellte diese vor. Dabei berücksichtigte er auch pflegerischen Aufwand für den Bauhof, den man soweit wie möglich verringern sollte.
Auch die Stadträte Thomas Limpert (FWE) und Klaus Schineller (EAL), Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit im Stadtrat, brachten ihre Ideen für Blühwiesen, Blühflächen und Bienenweiden ein.


Auf fünf Flächen geeinigt

Man einigte sich im "Findergremium" vom Dienstag zunächst auf fünf Flächen, auf denen man das Projekt "Ebern summt" angehen, experimentieren und umsetzen möchte. Ein Gremium um Klaus Mandery wird diese Flächen begutachten und Vorschläge unterbreiten, in welcher Form sie geeignet sind und mit welchen Pflanzen und Samen sie bestückt werden sollten. Flächen wie Straßenböschungen und Wegränder, Verkehrsinseln, Bahndämme und kommunale Grünflächen könnten bedingt einbezogen werden, hieß es. Der Trend sollte zu größeren Flächen gehen. Dazu meinte Imker Helmut Sperber: "Bienen können schon einige Kilometer fliegen, sollten dann aber auf den Flächen ihre gesamte Nahrung finden."
Gefunden wurden Personen, die beim "Steuerkreis" aufgrund ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten ihr Wissen einbringen können. Helmut Sperber, Vorsitzender des Imkervereins Ebern, zeigte sich begeistert und würde sich freuen, wenn im Rahmen dieser Aktion eventuell auch Privatpersonen auf ihren Grundstücken die Möglichkeit bieten, ein oder zwei Bienenstöcke aufstellen zu lassen. "Dann könnten wir unseren Jungimkern die Möglichkeit bieten, in ihrer Ausbildung diese zu betreuen", sagte Sperber. hw