Druckartikel: Durchschnaufen mit Nikolaus

Durchschnaufen mit Nikolaus


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Ebensfeld, Montag, 05. Dezember 2016

Beim Ebensfelder Weihnachtsmarkt ging es abseits der allgemeinen Weihnachtshektik beschaulich zu.
Vermummte auf dem Ebensfelder Weihnachtsmarkt? Dass Nikolaus und sein Knecht Rupprecht nahezu ganzkörperverschleiert sind, war wohl eher den Minusgraden als einem religiösen Statement geschuldet. Der kleine Junge griff trotzdem beherzt zu. Foto: Mario Deller


Gefühlt schien es, als würden die Zeiger der Ebensfelder Kirchturmuhr an diesem zweiten Adventssonntag ihre Gangart verlangsamen. Punsch und Waffel genießend miteinander plaudern, fernab der Alltagshektik gemütlich schlendern, fröhlichen Klängen lauschen - bei diesem wieder gelungenen Mix verwundert es nicht, dass der Weihnachtsmarkt sich auch heuer als Besuchermagnet erwies.
Bunte Wolle, Sterne-Deko in Papier- und Stoffform oder sogar aus Baumstämmen gefertigt, selbst gemachte Marmeladen, Salzlampen und vieles andere mehr - allerhand Schönes, Dekoratives und Leckeres erstanden die Besucher an den Marktständen. Zuspruch erfuhr auch der Eine-Welt-Basar des Strickkreises im Pfarrheim. Auch der Gaumen der Besucher kam zu seinem Recht mit Glühwein oder alkoholfreiem Punsch, frischen Waffeln und Pizza.
Bummeln an den Weihnachtsständen und die kulinarischen Köstlichkeiten genießen - das alles macht doppelt so viel Freude bei fröhlichen Klängen. Und diese kamen im "Tor zum Gottesgarten", wo Musizieren großgeschrieben wird, freilich auch heuer nicht vom Band. Mit weihnachtliche Weisen erfreute das Schülerorchester der Musikvereinigung. Verdiente Resonanz zuteil wurde auch dem Kinderchor Kelbachspatzen in der Pfarrkirche. Unter der Leitung von Petra Muth führten die Jungen und Mädchen mit Wort und Gesang das Schattenspiel "Frederick" auf. Die Geschichte handelt von einer Maus, die nicht wie die anderen Nager Körner und Nüsse für den Winter sammelt, sondern Sonnenstrahlen, Farben, Träume und Hoffnungen.


Kübrichs Weihnachtskrippe

Bei der Gelegenheit bewunderten die Besucher im Gotteshaus auch die von Alfons Kübrich gebastelte Weihnachtskrippe. Der fraglose Star aus Sicht der jungen Besucher war der Nikolaus: Er hatte sich nach wohl Tausenden Überstunden auch wieder für den Ebensfelder Weihnachtsmarkt Zeit genommen, verteilte mit Knecht Ruprecht im Schlepptau Nüsse und Äpfel an die Kinder. "Dankeschön", meinte der Rauschebartträger erfreut, als er plötzlich selbst ein Geschenk bekam: ein Bild, das der vierjährige Erik für ihn gemalt hatte.
Für fröhliche Gesichter sorgten auch die Kutschfahrten durch Ebensfeld. Klar, ein paar Schneeflöckchen hätten dem Weihnachtsmarkt gut zu Gesicht gestanden. Aber darauf kommt es nicht an. Es hat einfach wieder gepasst in Ebensfeld, bekanntlich in fränkischen Gefilden das größte Kompliment. Zeitweise war am Kirchplatz kaum noch ein Durchkommen. Stehen blieb die Zeit in Ebensfeld dann doch nicht. Was bleibt ist die Erinnerung an schöne Stunden. Einfach einmal durchschnaufen.
Vielleicht hat so manchem das gerade in der wohl oft nur auf dem Papier besinnlichen Adventszeit richtig gutgetan. Und vielleicht drückte sogar manche Sorgenlast wenigstens vorübergehend ein bisschen weniger schwer. "Komm, wir wollen ein Licht anzünden, dass es hell wird in der Nacht", sangen die Kelbachspatzen.