Selbst wenn eine "Fremdfinanzierung" notwendig werden sollte - einige bereits "angeleierte" Baumaßnahmen der Gemeinde Mühlhausen müssen vorangebracht werden. Vor allem deshalb hatte Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) noch kurz vor den Feiertagen eine Sitzung des Gemeinderats einberufen. Mehrkosten für Kanalbau, Dorferneuerungsmaßnahmen und den Ausbau der Wirtschaftswege hatten sich abgezeichnet. Dem Ratsgremium die Kosten zur Kenntnis zu bringen und absegnen zu lassen war angesagt. Denn nur mit dem positivem Votum der Räte können die Ausschreibungen für die Baumaßnahmen in Angriff genommen werden.

Um es vorwegzunehmen: die Räte nahmen einhellig die Empfehlungen des Bürgermeisters an. Selbst wenn die Entscheidungen nicht ganz den vom Kämmerer vorbereiteten Beschlüssen entsprachen. Tobias Weiß, Herr der Finanzen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Höchstadt, hatte vorsichtig agiert. Mit Blick auf die Haushaltslage empfahl er, über verschiedene Maßnahmen, erst nach Aufstellung des Haushalts 2021 zu entscheiden. Bürgermeister Faatz hielt das für schwierig: "Je früher die Ausschreibungen erfolgen, umso besser. Wir haben keine andere Möglichkeit - selbst wenn der Haushalt das nicht hergibt", so der Gemeindechef.

Decheldorf bekommt neuen Kanal

Als Erstes stand der Kanalbau in Decheldorf mit Mehrkosten von insgesamt 36 711 Euro zur Entscheidung. Die Kosten seien durch eine Erweiterung der Baumaßnahme entstanden, so Faatz. Geplant war zunächst, den Kanalbau an der Abzweigung Richtung Mühlhausen auf Höhe der Dorferneuerungsmaßnahmen enden zu lassen. Zweiter Bürgermeister Alexander Schüpferling (FW) habe eine Weiterführung ins Spiel gebracht.

Vom Ingenieurbüro geprüft, soll die Verlängerung des Kanals nun - mit Mehrkosten von 23 500 Euro - auch realisiert werden. In der Ortsmitte von Decheldorf hatte sich eine andere, etwas kostspieligere als die ursprüngliche Variante angeboten. Damit könne die Querung eines Grundstücks verhindert werden. Da es sich nach Aussage des Bürgermeisters bei der Bezuschussung um eine "Meter-Förderung" handelt, konnte auch dieser Punkt abgehakt werden. 150 Euro Zuschuss pro Meter Kanal erhofft man sich in der Gemeinde. Das entspreche allerdings keineswegs den tatsächlichen Baukosten, die gut das Doppelte erfordern.

"Nicht mehr haltbar" ist nach übereinstimmender Meinung des Planungsbüros und des Amts für Ländliche Entwicklung der bereits 2016 erstellte Kostenrahmen für die Dorferneuerungen Schirnsdorf und Decheldorf. Die Experten gehen neuerdings von Baukosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro aus. Das Planungsbüro ermittle derzeit noch, welcher Kostenanteil über das Amt für Ländliche Entwicklung gefördert werde und was allein von der Gemeinde zu tragen sei. Erst dann könne entschieden werden, welche Mehrkosten auf die Gemeinde entfallen, hatte der Kämmerer informiert. Im Haushalt und Finanzplan waren lediglich 921 258 Euro für die Maßnahmen veranschlagt. Der Anteil der Gemeinde werde sich wohl um 160 000 Euro auf 1,08 Millionen Euro erhöhen.

"Wir können diese Kosten nicht umlegen", gab Dritter Bürgermeister Walter Jakob (CSU) zu bedenken. Somit würden die Mehrkosten den gemeindlichen Haushalt belasten. "Gibt es Einsparmöglichkeiten?", wollte Schüpferling wissen. Beton statt Granitpflaster oder Ähnliches, führte er an. Für Bürgermeister Faatz macht dies jedoch wenig Sinn. "Dann müssten wir wieder von vorne anfangen." Es mache auch keinen Sinn, den einen oder anderen Straßenzug aus dem Konzept "rauszuschmeißen". Die Folge wären erneute Planungen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und den Teilnehmergemeinschaften. "Zum Glück", so Faatz, wäre die Förderung von 50 auf 64 Prozent aufgestockt worden. "Sonst wäre der Kostenanteil noch höher."

Wege werden ausgebaut

Rund 26 000 Euro mehr als im Haushalt 2020 veranschlagt werden durch den Ausbau verschiedener Wirtschaftswege im Rahmen der Flurbereinigung auf die Marktgemeinde zukommen. "Das sind offizielle Gemeindeverbindungsstraßen", warf Faatz auf die Bedenken von Ralf Geyer (FW) ein. Der Gemeinderat aus Schirnsdorf rechnet damit, dass durch den Wegebau ziemliche Umwege in Kauf genommen werden müssen. Am Ende wurde auch diese Kostenmehrung - wie alle anderen - vom Gremium einstimmig abgesegnet.