Dominik Plangger ist ein Künstler, der etwas zu sagen hat. Ob es sich um die Gesellschaft, um Politik oder einfach um Probleme des alltäglichen Lebens handelt, stets gelingt es dem Liedermacher, seine Themen auf den Punkt zu bringen. Zugleich ist der Südtiroler ein Poet und Sänger, der sein Publikum zu bewegen und zu berühren weiß. Das erlebten die Zuhörer im voll besetzten Brauereisaal.
Mit der Geige begleitet wurde er von seiner Lebensgefährtin Claudia Fenzl. Es war sein erstes Solokonzert in der Region. Bekannt ist der Künstler von seinen Auftritten bei den "Songs an einem Sommerabend". In den Songs unternimmt der 36-jährige Liedermacher eine musikalische Reise durch die Alpen und weit darüber hinaus. So manche alpenländische Melodie schleicht sich denn auch in zwei, drei Lieder ein und gibt ihnen gemeinsam mit den Anleihen aus der Folk/Country-Ecke und Weltmusik eine behagliche Patina. Neben den Titeln im Dialekt reiht sich ein italienisches Lied ganz nonchalant an die Songs in deutscher Sprache.


Von der Kraft der Liebe

Der rote Faden, der sich durch den ganzen Abend zieht, ist jedoch die Liebe in all ihren Facetten. Da gibt es einerseits satte, selbstbewusste Klänge, die von der unbesiegbaren, aber niemals überheblichen Kraft der Liebe erzählen. Dann wieder lassen zarte Akkorde eine Zerbrechlichkeit erahnen, die uns zur Achtsamkeit im Umgang mit dem geliebten Gegenüber mahnen. Dominik Plangger zeigt sich als ein wacher Beobachter unserer Welt, ein Poet, der Gedanken zu Papier bringt und in seine eigene Musik verpackt, so als könnte dieses Lied nie anders klingen. Seine zahlreichen Fans, sie kommen aus Franken, Südthüringen und von weiter her, lassen sich mitnehmen in eine heile Welt, die Welt von damals, wenn Dominik anstimmt: "I winschat mir warn kloan, do wor die Welt som groaß. Sein gesessn auf den Stoan ban Brunnen hintern Haus."
Kaum ist der Applaus verstummt, kleidet Plangger die raue Wirklichkeit in poetische Verse: "Ich will kein Heimatland der alten Werte. Ich will kein Heimatland voll Tradition. Ich will ein Heimatland der tausend Worte. Ich will ein Heimatland mit Verstand."
Zwischendurch nippt er an einem Glas mit dunklem Bier, wischt sich den Schaum vom Mund und drückt wieder auf die Tränendrüsen: "I hob koa Muata mehr und koan Voata mehr", singt er das bekannte Volkslied aus Tirol. Ein verlassenes Kind wie der Almenwind. Es sei das letzte Lied im offiziellen Programm und alle rufen: "Ohhh!" Wären da nicht die vielen Zugaben, mit denen Plangger zwei Stunden auffüllt. awe