Der Architekt Jan Hermann Lewerenz zum Bau der Sparkasse, der früheren Amerika-Begeisterung und der Städteplanung der Zukunft. Bayerische Rundschau: Herr Lewerenz, die Begeisterung über das 1968 mit g...
Der Architekt Jan Hermann Lewerenz zum Bau der Sparkasse, der früheren Amerika-Begeisterung und der Städteplanung der Zukunft.
Bayerische Rundschau: Herr Lewerenz, die Begeisterung über das 1968 mit großem Hurra eingeweihte Kaufhaus der Mitte (KDM) ist bald verflogen. Wie erklärt sich, dass der wenig später entstandene Sparkassenbau eine bleibende Wertschätzung genießt?
Jan Hermann Lewerenz: Es ist nicht nur die unterschiedliche Qualität der Architektur. Unter meinen Mitschülern gab es viele, deren Eltern Geschäftsleute waren. Ich bekam mit, wie sie sich Sorgen machten, von einem Kaufhaus in der Innenstadt verdrängt zu werden. Bei der Sparkasse war es anders: man sah den Bau positiv, fast wie ein Gemeinschaftswerk der Bürgerschaft.
Die Sparkassen-Architektur hat trotz der Aufstockung und verschiedener Umbauten bis heute ihren Chic bewahrt. Sie wirkt noch modern, obwohl sie doch auch ein Kind ihrer Zeit ist.
Ja, sicher. Ihren Reiz sieht man auf den alten Fotos: Im Stil etwas Bauhaus, etwas von Erich Mendelsohns "Stromlinien-Moderne". Besonders aber hat sich der Kulmbacher Architekt Heinrich Hanke von dem amerikanischen Hochhaus-Architekten Frank Lloyd Wright inspirieren lassen. Bei ihm gibt es keine richtige Eingangstür mehr, sondern man fährt direkt mit dem Straßenkreuzer ins Gebäude. Anklänge gibt es in der Sparkasse - siehe die 5000 Quadratmeter große Mitarbeitergarage im Kellergeschoss, von der aus man direkt zum Bürotrakt gelangt, oder den Autoschalter am Gasgässchen.