Die Stadt Ebern will nachhaltig summen und brummen
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Ebern, Montag, 12. März 2018
Ebern — Ebern will mit der Initiative "Ebern summt und brummt" die 18. Stadt in Deutschland werden, die in das Gesamtprojekt "Deutschland summt" der "Stiftu...
Ebern — Ebern will mit der Initiative "Ebern summt und brummt" die 18. Stadt in Deutschland werden, die in das Gesamtprojekt "Deutschland summt" der "Stiftung für Mensch und Umwelt" einsteigt.
Dies sagte Bürgermeister Jürgen Hennemann während des "Laetare-Marktes" am Stand der Ortsgruppe Ebern des Bund Naturschutz (BN) an. Hier wurde die Hummelaktion "Wer brummt denn da?" eröffnet, die in den nächsten Monaten viele Hummeln aufspüren will.
Wie andere Bienenarten ist die Hummel als wichtige Bestäuberin durch Klimawandel und anderen Veränderungen bedroht. Einige Pflanzen werden fast ausschließlich von Hummeln bestäubt: Klee, Lupinen, Wicken, Erbsen oder Bohnen.
Fleißiger als Bienen
Die Besucher erfuhren, dass Hummeln viel emsiger sind als die Honigbienen. Allein 500 Blüten muss sie aufsuchen, um ihren Eigenbedarf zu decken.Hummeln haben wegen ihrer großen Friedfertigkeit bei den meisten Menschen einen besseren Ruf als etwa die Wespen.
Der Bund Naturschutz will mit seiner Hummelaktion die Bevölkerung ins Boot holen und herausfinden, wie es um die Hummel in unserer Gegend bestellt ist. Jeder kann sich beteiligen und am leichtesten ist dies mit einer kostenlosen App möglich, die man herunterladen und mit der Nummer 0163/9631987 unter seinen Kontakten speichern kann. Die Leute sind aufgefordert, eine Hummel im eigenen Garten zu fotografieren und das Bild an den BN zu senden. "Hummelkenner" würden diese Insekten genau anschauen und antworten, welche Hummel man gefunden hat, hieß es.
Bei der Ausstellung waren Hummelarten zu sehen und man konnte sich über Nistkästen für Hummeln informieren, die man selbst gestalten kann. Ebenso erfuhr man einiges über Altholz und Baumaterialien, in denen sich Hummeln gerne aufhalten.
Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es in Ebern bereits einen Steuerkreis gebe, dem Imker, der Obst- und Gartenbauverein, der Bürgerverein, die Stadt und ihr Bauhof sowie die Baunach-Allianz angehörten. Ziel sei es, das Thema Nachhaltigkeit zu fördern. "Das ist eine Stärke hier bei uns, die intakte Natur, die Naturvielfalt und die Besonderheiten bewusst zu machen und auch für Gäste im Tourismus zu nutzen", sagte er. Es gehe darum, das Vorhandene zu bündeln, Akteure zusammenzubringen und Bürger zum Mitmachen anzuregen."
Nach Aussage von Klaus Mandery, dem Vorsitzenden des BN, werde in Ebern die ursprüngliche Idee "Honigbienen auf die Dächer" durch eine intensive Bewerbung der Blüten und Wildbienen angereichert. Das Projekt könne sich für Ebern als Werbeträger entwickeln, weshalb alle aufgerufen seien, sich einzubringen.
Möglicher Werbeträger
Mit der "Hummel-Aktion" vollziehe man den ersten Schritt in die Öffentlichkeit und die zahlreichen Besucher zeigten großes Interesse. Die Stadt und die Baunach-Allianz beteiligten sich ihrerseits am Projekt "Blühender Landkreis" und wollten Blühflächen anlegen. Durch den BN und das Institut für Biodiversitätsinformation (IfBi) gebe es Mitmach-Aktionen für Kinder, Exkursionen oder Unterstützung von Wildbienen-Nisthilfen. Der Imkerverein lade jeden Samstag um 15 Uhr zum "öffentlichen Imkern" am Bienenstand in Fierst ein und der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege informiere über den "bienen- und hummelfreundlichen Garten". Schließlich stelle der Bürgerverein alte Imkergerätschaften aus.Nun sei es am Stadtrat, einen Beschluss zu fassen und in einer Eröffnungsveranstaltung sollen dann die Aktivitäten vorgestellt werden. Als Termin ist Ende April/Anfang Mai anvisiert.