Zartschmelzend, süß bis herb und verführerisch: Schokolade gilt seit jeher als sinnliche Versuchung. Wenig verwunderlich also, dass der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné dem Kakaobaum Mitte des 18. Jahrhunderts die Bezeichnung "Theobroma" - Speise der Götter - gab. Leider ist der konventionelle Anbau von Kakaobohnen alles andere als verführerisch. Raubbau im Regenwald, Kinderarbeit und ungerechte Bezahlung der Kleinbauern sind nur einige wenige Aspekte der dunklen Seite der Schokoladenproduktion.
Dr. Arno Wielgoss, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums Bad Kissingen wollte dies so nicht mehr akzeptieren und gründete mit Perú Puro eine Firma, die Kakaobohnen direkt von einer Kooperative in Peru bezieht, ohne Zwischenhändler und mit deutlich über dem Welthandelsniveau liegenden Preisen. Zudem werden durch das angewandte Agroforstsystem nicht nur intakte Regenwälder geschützt, sondern auch degradierte Flächen aufgeforstet.
Schülern der 8. Jahrgangsstufe des Jack-Steinberger-Gymnasiums Bad Kissingen stellte Wielgoss die Welt der Schokoladenproduktion und die daraus resultierenden Probleme bei einer spannenden Präsentation vor. Dabei zeigte er auch auf, wie Schokolade ohne Nachteile hergestellt werden kann. Besonders gefiel den Schülern, dass sie Kakaobohnen probieren durften. Diese hatten jedoch einen sehr intensiven, bitteren Geschmack, was die Gymnasisten verblüffte, ist ihnen doch bisher Schokolade immer als süße Verführung bekannt gewesen.