Die SPD ist "gnadenlos optimistisch"

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Die SPD nominierte in Mitwitz ihre Kandidaten für den Kreistag

Die Sozialdemokraten besinnen sich auf ihre alten Werte und Stärken, wollen zurück zu ihren Wurzeln und suchen vor allem die Nähe zum Bürger: Der Kreisverband der SPD nominierte im Gasthof "Wasserschloss" in Mitwitz seine Kandidaten für den Kreistag. Vorsitzender Ralf Pohl: "Die SPD steht für eine glaubwürdige Politik und für finanzielle Stabilität. Wir wollen gemeinsam unseren Landkreis voranbringen."

Ganz oben auf der Liste der Kandidaten steht Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt, gefolgt von Bürgermeisterin Susanne Grebner (Wilhelmsthal) und Ralf Pohl, Vorsitzender des Kreisverbandes. Die Wahl leitete ein "Urgestein der SPD", nämlich Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh. Er lobte die "gute und kompetente Liste", auf der sich auch zahlreiche amtierende Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten wiederfänden.

Ein Investitionsstau

Und dann legte er punktgenau den Finger auf einige Wunden des Landkreises: "Unser Landkreis hat strukturelle Probleme und einen Investitionsstau." Und er fasste auch die größten Herausforderungen für die Zukunft zusammen: "Wir brauchen ein funktionierendes und bezahlbares Nahverkehrskonzept, die Sanierung der Berufsschule und den Lucas-Cranach-Campus. Und die Berufsschule muss saniert werden, denn kein Student deckt mir mein Dach oder repariert meine Wasserleitung. Wir müssen vor allem auch das Handwerk stärken." All das sei nur mit einer guten Infrastruktur möglich und mit attraktiven Angeboten, die junge Leute nach Kronach locken und sie hier auf Dauer halten. "Und wir dürfen Natur und Umweltschutz nicht aus den Augen verlieren. Aber durch Angst und Hysterie erreicht man gar nichts. Alles braucht ein gewisses Maß und alles muss sozial verträglich sein."

Rauh sprach von "Tops und Flops im Landkreis", wozu auch die Diskussion um den Schlachthof und der Realschule in Pressig zähle. Letztere habe man "wie ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert und dann wurde es ohne Grabrede beerdigt." Gleichzeitig lobte er aber auch: "Vieles ist gut gelaufen und Grundsatzentscheidungen wurden immer mit großer Mehrheit getroffen." Sowieso wolle man jetzt nicht mehr zurück, sondern nach vorne schauen, weil man "mit gnadenlosem Optimismus" in die Kommunalwahl gehe.

Den Optimismus und die Hoffnung teilte auch Vorsitzender Ralf Pohl: "Politik wird bei uns aus einem Guss gemacht und die Nominierung ist erst der Anfang unserer Bemühungen." Herausforderungen gebe es ja mehr als genug. Er zählte Straßen und Radwege, Schulen, Glasfaserkabel, Freizeitmöglichkeiten und kulturelle Angebote auf. "Und wir wollen Ergebnisse, um unseren Landkreis voranzubringen." Vorzugsweise sollte der geplante Campus mehr werden als nur ein Zentrum für den Pendelverkehr und Wochenendseminare. Und weil unter den Kandidaten der Wunsch nach mehr Barrierefreiheit geäußert wurde, will man sich künftig noch mehr genau für dieses Thema einsetzen.