Die Sache mit dem Online-Kaufen
Autor: Ellen Mützel
LKR Bad Kissingen, Donnerstag, 18. März 2021
Die heimische Wirtschaft ist wichtig; wir sollten regional einkaufen. Dem würden wohl viele sofort zustimmen. Und trotzdem Schuhe, Elektroteile oder Bettwäsche im nächstbesten Online-Versandhandel bes...
Die heimische Wirtschaft ist wichtig; wir sollten regional einkaufen. Dem würden wohl viele sofort zustimmen. Und trotzdem Schuhe, Elektroteile oder Bettwäsche im nächstbesten Online-Versandhandel bestellen. Es ist auch niemandem zu verübeln. Wie oft bin ich schon von Laden zu Laden gelaufen, um etwas zu suchen? Weil es so speziell ist und daher nicht überall gibt. Oder weil ich nicht wusste, wo ich fündig werden würde. Und alle Geschäfte kenne ich ja nun auch nicht in der Stadt. Manches bekomme ich auch gar nicht hier. Außerdem möchte ich eine Auswahl haben, Preise vergleichen. Das ist alles viel leichter im Internet.
Andererseits habe ich im Geschäft die Möglichkeit, die Ware vorher von allen Seiten anzusehen und in der Hand zu halten. Und wenn ich etwas sofort brauche, ist der Weg zum Laden und zurück der schnellere, als ein bis zwei Tage auf mein Paket zu warten. Ich habe im Laden zudem den Vorteil der Beratung: Zum Beispiel, welche Schrauben und welches Holz ich für mein Bastelprojekt brauche. Und bei Problemen hilft der Verkäufer im Vape-Shop mir gerne, meine E-Zigarette wieder zum Laufen zu bringen.
In der Stadt einzukaufen ist noch in einem zweiten Aspekt und indirekt gut für die Bürger: Indem wir die Läden vor Ort unterstützen, bleibt uns eine belebte Innenstadt vorhanden. Denn durch den Wandel zum Onlinekauf geraten die kleinen Geschäfte unter Druck: Ihnen ist es nicht möglich, dieselben Preise wie Versandriesen zu bieten, weil sie viel weniger Stückzahlen an Waren abnehmen.
Die Lösung dazu darf nicht nur bei den Verbrauchern liegen, das klappt sowieso nie. Eine Lösung, die die meisten Probleme minimiert ist eine Seite wie www.mainlokalshop.de, auf der Händler ihre Produkte einpflegen. Wer etwas sucht, sieht in Kategorien, welche Produkte in der Stadt vorhanden sind, wie viel sie kosten und welcher Laden sie führt. Das Problem dabei: Es kostet den Händlern Zeit und Geld. Vielleicht aber ist es den Zuständigen der kommunalen und städtischen Verwaltung wert, in die Zukunft zu denken und solche Aktionen zu fördern.
e.muetzel@infranken.de